Der Teilverkauf entspreche einem «wirtschaftlichen und zukunftsorientierten Immobilienmanagement» und werde den Finanzhaushalt der Kirchgemeinde Köniz entlasten, fasste Kirchgemeindepräsidentin Brigitte Stebler den Beschluss der Kirchgemeindeversammlung zusammen. Dieser sieht den Verkauf des 1. und 2. Stockwerks sowie des Dachgeschosses des Ritterhuuses an die Einwohnergemeinde Köniz vor. Die Versammlung bewilligte den Verkauf mit 46 Ja- zu 5 Nein-Stimmen.
Finanzielle Entlastung
Der Kirchgemeinderat begründete den Entscheid zum Teilverkauf mit dem vorhandenen Raumangebot in der Kirchgemeinde und einem kurzfristigen Sparpotential von rund 300’000 Franken. Das ganze Ritterhuus sei für die Kirchgemeinde zu gross, sagte Ratspräsidentin Stebler in der Versammlung. Ein Teilverkauf erlaube es zudem, anstehende Sanierungskosten mit der Einwohnergemeinde zu teilen. Der Verkaufserlös von 940’000 Franken werde den Finanzhaushalt entlasten und könne für das kirchliche Leben eingesetzt werden.
1996 hatte die Kirchgemeinde Köniz eine grosse Parzelle im Schloss Köniz vom Kanton Bern abgekauft. Dazu gehörten neben dem Ritterhuus das Pfarr- und das Wöschhuus sowie der gedeckte Brunnen. Im Jahr 2000 genehmigte die Kirchgemeindeversammlung einen Kreditbeschluss über 7 Millionen Franken, um Ritterhuus und Wöschhuus zu sanieren. Weil das Geld knapp wurde und die Kirchgemeinde keinen weiteren Bedarf an Räumen hatte, wurden im Ritterhuus allerdings nur Erdgeschoss, Parterre und ein Teil des 1. Stockes renoviert.
Rittersaal bleibt bei Kirchgemeinde
Rund 2,5 Millionen Franken würde die Fertigstellung der Renovation kosten. Für die Kirchgemeinde deutlich zu viel. «Die Kosten wären enorm, die auf uns zukommen würden«, sagte Arthur Werren von der Infrastrukturkommission der Kirchgemeinde in der Versammlung. Ratspräsidentin Stebler betonte, dass mit dem Teilverkauf an die Gemeinde das Ritterhuus für die Öffentlichkeit erhalten bleibe. Das Prunkstück des Ritterhuuses ist der Rittersaal, der für Konzerte, Seminare und Firmenanlässe genutzt werden kann.
Zurzeit belegt noch die Verwaltung der Kirchgemeinde den 1. Stock des Ritterhuuses. Diese soll mit ihren Büros ins Pfarrhaus Liebefeld neben der Thomaskirche ziehen.