Kirchenpflege zu Predigern geschlossen zurückgetreten

In der reformierten Kirchgemeinde zu Predigern in Zürich brodelt es: Wie am 10. Oktober bekannt wurde, hat bereits im August die gesamte Pflege ihren Rücktritt eingereicht.


«Das gegenseitige Vertrauen zwischen Team und Kirchenpflege ist erschüttert», sagt Lisbeth Rüegg, die Präsidentin der abtretenden Kirchenpflege, auf Anfrage von ref.ch. Sie bestätigt einen Artikel des «Tages-Anzeigers», der den Rücktritt publik machte.

Ein Grund für den Rücktritt seien unter anderem die vielen personellen Wechsel gewesen. In sechs Jahren habe es 13 Abgänge gegeben. Einer dieser Weggänge war der katholischen Laienprediger Meinrad Furrer. Er verliess die Kirchgemeinde im Januar dieses Jahres.

Es habe Spannungen zwischen Furrer und der reformierten Pfarrerin Renate von Ballmoos gegeben, berichtet der «Tages-Anzeiger». In der Kirchgemeinde zu Predigern habe es jedoch schon vor seiner Zeit Konflikte gegeben, erklärt Furrer im «Tages-Anzeiger».

Rücktritt kommt nicht überraschend

Von Ballmoos arbeitet seit über zehn Jahren für die Predigerkirche, wo sie an ökumenischen Projekten mitwirkt und auch schamanische Kurse anbietet. Mit ihrer Arbeit hätten die Konflikte allerdings nichts zu tun, sagt von Ballmoos. Die Personalwechsel erklärt sie mit Pensionierungen, abgeschlossenen Ausbildungen und normalen Fluktuationen.

Der Rücktritt der Kirchenpflege kommt dennoch nicht überraschend. Es habe mehrere, aber erfolglose, Mediationsanlässe zwischen dem Team und der Kirchenpflege gegeben. «Die Freude an der Arbeit ist inzwischen allen vergangen», sagt Lisbeth Rüegg.

Noch bis zur Fusion

An der Kirchgemeindeversammlung vom 22. Oktober soll die Kirchenpflege neu besetzt werden. Es gebe schon zwei interessierte Personen, sagt von Ballmoos. Wenn nicht genug Leute gefunden werden, übernimmt ein Sachverwalter die Geschäfte.

Die neue Kirchenpflege wird bis Ende 2018 im Amt bleiben. Dann werden die Kirchgemeinden der Stadt Zürich zu einer einzigen Gemeinde fusioniert. Allen Unstimmigkeiten zum Trotz betonen Pfarrerin und Kirchenpflege wiederholt, dass diese Reform der Zürcher Kirchgemeinden «absolut kein Grund» für die Differenzen sei. (pd)