Für den SEK ist der Titel der Initiative «Gegen Masseneinwanderung», über die am 9. Februar abgestimmt wird, diskriminierend, wie er in der Stellungnahme schreibt: Der Titel zeichne das Bild einer gesichtslosen, dunklen Masse, welche die Schweiz zu überrollen droht. Dieses Bild sei weder mit der humanitären Tradition der Schweiz noch mit der christlichen Ethik vereinbar. Die Migranten seien keine «Masse», sondern Männer, Frauen und Kinder. «Kein Mensch ist aufgrund seiner Geburt oder seiner Nationalität wertvoller als ein anderer», so der Kirchenbund.
Weiter kritisiert der SEK, dass die Initiative Asyl und Personenfreizügigkeit in denselben Topf wirft. Sie will die Zahl der einwandernden Arbeitskräfte und den Asylbereich aufgrund der jeweiligen wirtschaftlichen Konjunktur des Landes kontingentieren. Die wirtschaftliche Konjunktur sei aber wechselhaft, und Gewalt habe immer Konjunktur. Der Schutz gefährdeter Menschen lasse sich nicht mit Quoten regeln.
Beunruhigt ist der SEK auch, dass die Initiative den Familiennachzug infrage stellt. Menschenrechte wie das Recht auf ein Familienleben können nicht durch Kontingente beschränkt werden.