Kirchenbund: Einer neuen Verfassung mehr Zeit geben

Die Abgeordnetenversammlung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes SEK diskutierte in Bern den Stand der Vernehmlassung der Verfassungsrevision und begrüsste Deza-Direktor Martin Dahinden.


Im Juni 2013 hatte der Kirchenbund einen Vorschlag für eine neue Verfassung in die Vernehmlassung unter seinen Kirchen geschickt. Der Präsident des Verfassungsausschusses, Peter Schmid, dankte am 11. November an der AV für die bislang eingegangenen Antworten, heisst es in einer SEK-Mitteilung vom 11. November. Mit grossem Interesse erwarte der Kirchenbund die weiteren Reaktionen bis zum Abschluss der Vernehmlassung Ende November. «Die bis jetzt vorliegenden Stellungnahmen unterstützen die Stärkung des Kirchenbundes. Er soll erkennbarer, verbindlicher, kirchlicher werden und an Bedeutung gewinnen», so Schmid.

Gleichzeitig wolle der Rat des Kirchenbundes dem Prozess mehr Zeit einräumen. Der Rat werde nach Abschluss und Auswertung der Vernehmlassung die Weichen für die Projektorganisation und einen angepassten Zeitplan stellen. Kirchenbundspräsident Gottfried Locher ermutigte die Kirchen zum Engagement: «Sagen Sie, wie viel evangelisch-reformierte Einheit Sie gut finden. Sagen Sie, wie wir unsere Kirchengemeinschaft gestalten sollen», so Locher gemäss Mitteilung.

Martin Dahinden über Entwicklungszusammenarbeit
Zum Thema «Armut und Gerechtigkeit in der globalisierten Welt» sprach Martin Dahinden, Direktor der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza). Die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit werde sich verändern, so Dahinden: «Sie wird sich stärker an Ansätzen orientieren, die eine Hebelwirkung entfalten. Wissens- und Technologietransfers werden wichtiger. Traditionelle Aufgaben der Entwicklungszusammenarbeit wie das Bauen und Betreiben von Schulen, von Gesundheitseinrichtungen und andere öffentliche Dienstleistungen werden mehr und mehr von den Entwicklungsländern selber an die Hand genommen.» Es sei wichtig, bei all diesen Veränderungen die Frage der Gerechtigkeit nicht aus dem Auge zu verlieren.

Zur Herbst-Abgeordnetenversammlung AV des SEK tagen am 11. und 12. November rund siebzig Delegierten der 26 evangelischen Kirchen der Schweiz im Berner Rathaus.