Kirche von Griechenland: Land kann Flüchtlingszahl nicht bewältigen

Das Oberhaupt der Orthodoxen Kirche von Griechenland, Hieronymos II, hat die EU aufgefordert, die Schliessung der Grenzen für Flüchtlinge zu überdenken.

Flüchtlinge warten auf der Insel Lesbos auf ihre Registrierung. (Bild: Marco Knobel)

Hieronymos II schliesse sich der Einschätzung der Regierung in Athen an: Griechenland sei ein kleines und von der Wirtschaftskrise erschöpftes Land, das nicht in der Lage sei, mit Hunderttausenden Flüchtlingen allein fertig zu werden, schreibt der Erzbischof von Athen und ganz Griechenland in einem Brief an den Generalsekretär des Weltkirchenrats, Olav Fykse Tveit, den dieser veröffentlichte.

Zudem müssten die Fluchtursachen bekämpft werden, damit die Familien nicht mehr ihre Heimat verlören, schreibt der Erzbischof von Athen und ganz Griechenland und bittet den Ökumenischen Rat der Kirchen, sich auf internationaler Ebene dafür einzusetzen. «Das grösste Problem und die grösste Flüchtlingswelle auf europäischem Boden nach dem Zweiten Weltkrieg» müssten mit vereinten Kräften gelöst werden. «Unsere Meere sind zu flüssigen Gräbern geworden», schreibt Hieronymos II.

Die Orthodoxe Kirche von Griechenland hat rund zehn Millionen Mitglieder, das sind rund 95 Prozent der griechischen Bevölkerung. Ihre Flüchtlingshilfe läuft über ihre Hilfsorganisation «Apostoli». Zu politischen Themen äussert sie sich normalerweise selten.

Seitdem die europäischen Länder entlang der Balkanroute ihre Grenzen für Flüchtlinge geschlossen haben, stauen sich die Menschen in Griechenland, besonders in Idomeni an der Grenze zu Mazedonien, in Athen und auf einigen Inseln. (epd)