Kirche von England will Bankfilialen kaufen

Die Kirche von England will sich laut britischen Medienberichten am Kauf von Filialen der angeschlagenen Royal Bank of Scotland (RBS) beteiligen, wie der Evangelische Pressedienst (epd) meldet.


Die Kirche unterstütze ein Gebot, das für den Kauf von Hunderten abgestossenen RBS-Filialen abgegeben wurde, hätten mehrere britische Zeitungen und der Nachrichtensender SkyNews am 28. Juni berichtet. Ein Konsortium, dem die Kirche angehört, versuche 315 Filialen zu erwerben.

Damit könnten die Grundlage für die Gründung einer «ethischen Bank» in Grossbritannien gelegt werden, wie der epd weiter berichtet. Neben der Kirche seien ein Private-Equity-Unternehmen, ein Finanzunternehmen sowie ein Versicherungsunternehmen an dem Konsortium beteiligt.

Der anglikanische Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, hatte sich wiederholt für eine grundlegende Reform des britischen Bankensystems ausgesprochen und die Banken kritisiert. Welby, der gleichzeitig Oberhaupt der anglikanischen Kirche von England ist, ist Mitglied der parlamentarischen Kommission für Standards im Bankwesen.

Die RBS muss laut epd einen Teil seiner Filialen nach einer Anweisung der Europäischen Kommission verkaufen, nachdem die Bank mit Steuermitteln vor dem Konkurs bewahrt worden war. Ein Verkauf an die spanische Bank Santander sei im Oktober vergangenen Jahres gescheitert.