Kirche soll selber Akzente setzen

An der Internationalen Theologischen Bodenseekonferenz in der Kartause Ittingen forderte der deutsche Theologe Wolfgang Huber eine mutigere Kirche.


Die Kirche solle nicht einfach die aktuelle politische Agenda übernehmen und kommentieren, sie solle selber Akzente setzen. Dies forderte Wolfgang Huber, ehemaliger Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, an der Internationalen Theologischen Bodenseekonferenz vom 20. April.

Relevanz der Theologie

Es sei zwar im Zeitalter der Pluralisierung schwieriger für die Theologie von der Gesellschaft gehört zu werden, räumt Huber ein. Dennoch sieht er Chancen für die Kirche, wichtige Inhalte zu thematisieren. Als Beispiele nennt er das Reformationsjubiläum, das inhaltlich wenig gefüllt worden sei, oder etwa die Digitalisierung, wie die Evangelische Landeskirche Thurgau in ihrem Bericht über die Veranstaltung schreibt.

«An Themen mangelt es nicht, nur an Mut, bei diesen eine eigene Perspektive zu vertreten», zitiert die Landeskirche den Theologen. Entscheidend für die Theologie sei, dass die Beziehung zu Gott betont werde.

Was kommt nach Jubiläum?

Organisiert wurde die 67. Bodenseekonferenz in der Kartause Ittingen von tecum, dem Zentrum für Spiritualität, Bildung und Gemeindebau der Evangelischen Landeskirche Thurgau. Für die Organisatoren der Konferenz stand die Frage im Zentrum, was nach dem Feiern des Reformationsjubiläums übrigbleibe. Ihnen sei bewusst gewesen, dass sich Hubers deutsche Perspektive nicht unmittelbar auf die Schweiz übertragen lässt. Diese Übertragung habe in den anschliessenden Diskussionen zu Kirche und Öffentlichkeit mit den Teilnehmenden stattgefunden. (pd)