Schweiz
Fast jedes fünfte Kind ist armutsgefährdet
Kinderarmut beeinträchtige nicht nur den Lebensstandard, sondern auch Bildungs-, Entwicklungs- und Gesundheitschancen sowie soziale Teilhabe, stellte das Netzwerk Kinderrechte Schweiz in einer Mitteilung fest. Es brauche daher verbindliche Ziele und systematische Erfolgskontrollen, eine eigenständige kinderspezifische Dimension im Nationalen Armutsmonitoring sowie schweizweite Mindeststandards bei Familienleistungen.
Heute hänge es aber von Wohnkanton und Aufenthaltsstatus ab, welche Unterstützung eine Familie erhalte, hiess es. Es brauche deshalb eine nationale Strategie als Antwort statt eines kantonalen Flickenteppichs an Leistungen.
Auch weitere zentrale Kinderrechte sind laut Medienmitteilung in der Schweiz fünf Jahre nach den Empfehlungen des Uno-Kinderrechtsausschusses nach wie vor nicht zufriedenstellend umgesetzt. Die Kinderrechtsfolgen-Abschätzung beschränke sich auf eine blosse Erwähnung im Botschaftsleitfaden, und zentrale Datenlücken – etwa zu ausserfamiliär platzierten Kindern oder zu den Gründen für Kindesschutzmassnahmen bestünden weiter.
Am deutlichsten zeigt sich der Rückstand laut dem Netzwerk bei der Ombudsstelle für Kinderrechte: Das Parlament habe dafür bereits 2020 einen klaren Auftrag erteilt, und auch in der Vernehmlassung sprach sich eine deutliche Mehrheit für eine unabhängige Stelle aus, die Kinder individuell berät und bei Bedarf vermittelt. Der Bundesrat halte aber «an einer abgeschwächten Lösung fest, die genau auf diese Elemente verzichtet». (sda/ gab)