Kenia

Sektenführer zu 200 Jahren Haft verurteilt

Nach dem Fund Hunderter Leichen ist der kenianische Sektenführer Paul Mackenzie wegen Massenmordes verurteilt worden. Das Strafmass: 200 Jahre Haft.

Ein kenianisches Gericht hat den Sektenführer Paul Mackenzie wegen Massenmordes zu 200 Jahren Haft verurteilt. Der Schuldspruch der Richter in Mombasa bezog sich laut Berichten der Zeitung «Daily Nation» auf den Tod von 190 Kindern und einem Erwachsenen.

Mackenzie hatte demnach über Jahre Anhänger dazu bewegt, sich zu Tode zu hungern, um schneller in den Himmel zu kommen. Auch die 28 Mitangeklagten wurden zu zwischen 10 und 160 Jahren Haft verurteilt, je nach Beteiligung an den Taten.

Richterin Diana Kavedza-Mochache betonte die Abschreckungsfunktion des Urteils: «Kein Fanatiker soll denken, er hätte das Recht zu töten.» Der leitende Staatsanwalt Renson Ingonga hatte das Verbrechen als «schlimmstes Massaker in der Geschichte Kenias» bezeichnet.

Mackenzie hatte laut Gericht seine Anhänger und ihre Kinder manipuliert, indoktriniert und radikalisiert. Der Grossteil der Opfer sei jünger als zehn Jahre alt gewesen und zum Verhungern gezwungen worden. Wachleute von Mackenzie rund um die Siedlung im Shakahola-Wald hätten dafür gesorgt, dass Flüchtende zurückgebracht und gewaltsam bestraft wurden.

Entdeckt wurden die Toten im Juli 2023, als ein Kind aus dem Wald nahe dem kenianischen Küstenort Malindi gerettet wurde und seine Aussagen die Polizei zu Gräbern führte. Die Behörden bargen Überreste von mehr als 400 Menschen. Seitdem wurden noch mehrfach Gräber gefunden. Nur ein Teil der Toten konnte durch DNA-Tests oder Zeugenaussagen identifiziert werden. Gegen Mackenzie und sein Umfeld laufen weitere Gerichtsverfahren, unter anderem wegen Terrorismus. (epd/ gab)

Beitrag teilen

Lesen Sie mehr zum Thema