Kein Obligatorium für christliche Feiern an Schwyzer Schulen

Der Schwyzer Kantonsrat lehnt es ab, das Feiern von christlichen Festen in den Volksschulen zu verlangen. Ein entsprechender Vorstoss der SVP wurde zurückgewiesen.


Der Motionär hatte verlangt, dass christliche Feste wie Weihnachten und Ostern in den Unterricht integriert und thematisiert werden müssen. Diese Feste gehörten zur christlich-abendländischen Kultur und sollten an den Schulen nicht nur erlaubt sein, sondern auch gefeiert werden.

Ihre Bedeutung müsse den Kindern und Jugendlichen vermittelt werden. In der teils emotional geführten Debatte hatten SVP-Redner die Befürchtung geäussert, dass durch die zunehmende Anzahl von Schülerinnen und Schülern mit anderem kulturellen und religiösen Hintergrund die Bedeutung der christlichen Feste und Bräuche geschmälert würde.

Unnötiger Vorstoss

Die Parlamentsmehrheit teilte die Befürchtungen aus der SVP überhaupt nicht. Eine verbindliche Vorgabe zur Feier der christlichen Feste in der Volksschule brauche es nicht, argumentierte auch Bildungsdirektor Michael Stähli (CVP).

Die wichtige Thematik der christlichen Feste und Werte der abendländischen Kultur könnten im neuen Lehrplan 21 ausreichend berücksichtigt werden. Im Unterricht werde den Schülerinnen und Schülern die Bedeutung christlicher Feste vermittelt.

Angebote der Landeskirche als Alternative

Ausserdem hätten die Lehrpersonen die Kompetenz, Weihnachten oder Ostern in einem angemessenen Rahmen feiern zu lassen, hiess es weiter in der Debatte. So könnten die Lehrpersonen mit ihren Klassen zum Beispiel Adventsfeiern veranstalten, Weihnachtslieder singen oder Krippenspiele aufführen.

Schliesslich könnten die Kinder freiwillig zusätzlich zum Volksschulunterricht die Religionsangebote nutzen, die von den Landeskirchen organisiert werden. (sda)