Abtreibungen wegen Downsyndrom nehmen zu

Abtreibungen von Föten mit Trisomie 21 haben im Kanton Waadt in den vergangenen 25 Jahren deutlich zugenommen.

Trisomie 21: 90 Prozent der Frauen entscheiden sich für eine Abtreibung, wenn die vorgeburtliche Untersuchung eine mögliche Behinderung anzeigt. Bild: Vanellus Foto/Wikimedia

Dies zeigt ein bislang wenig bekanntes Register des Unversitätsspitals Lausanne, berichtete der «Tages-Anzeiger» in seiner Ausgabe vom 10. Oktober. Fachleute sehen einen Zusammenhang mit dem gestiegenen Durchschnittsalter der Schwangeren.

Wie aus dem Register des Lausanner Universitätsspital hervorgeht, hat die Zahl der Abtreibungen von Föten mit Trisomie 21 im Kanton Waadt deutlich zugenommen – von 4 pro 10 000 Geburten im Jahr 1989 auf 24 im Jahr 2012. Gleichzeitig sei gemäss der Lausanner Statistik die Häufigkeit von Lebendgeburten mit Trisomie 21 gleich geblieben. Diese Zahlen decken sich dem Bericht zufolge mit den Auswertungen des Fehlbildungsregisters «Eurocat», das neben Lausanne 20 weitere Zentren in Europa einschliesst.

Potentiell behinderter Fötus: 90 Prozent der werdenden Mütter treiben ab

Fachleute sehen einen Zusammenhang mit dem gestiegenen Durchschnittsalter der Schwangeren, das die Wahrscheinlichkeit von Chromosomenstörungen erhöht. Dadurch nimmt die Gesamtzahl von Föten mit Trisomie 21 zu. Und damit offensichtlich auch die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche. «Laut Studien entscheiden sich über 90 Prozent der Frauen für eine Abtreibung, wenn die vorgeburtliche Untersuchung eine mögliche Behinderung anzeigt», sagte Anita Rauch, Direktorin des Instituts für Medizinische Genetik der Universität Zürich, gegenüber dem «Tages-Anzeiger». (kipa)