Jeder zweite Mensch hat keine Gesundheitsversorgung

Die Staatengemeinschaft solle sich mehr anstrengen, um allen Menschen Zugang zu einer medizinischen Grundversorgung zu ermöglichen, fordert der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation.


Milliarden Menschen haben nach Angaben der Vereinten Nationen keine Gesundheitsversorgung. Mindestens die Hälfte der Weltbevölkerung sei von grundlegender medizinischer Behandlung und der Vergabe von Medikamenten ausgeschlossen, erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 13. Dezember in Genf.

Derzeit leben auf der Welt laut Schätzungen knapp 7,6 Milliarden Männer, Frauen und Kinder. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus verlangte von der Staatengemeinschaft mehr Anstrengungen, um allen Menschen den Zugang zu einer medizinischen Grundversorgung zu sichern.

Gesunde Menschen, gesunde Wirtschaft

Investitionen in das Gesundheitswesen hätten positive wirtschaftliche Auswirkungen und förderten das ökonomische Wachstum, heisst es in einem Bericht, den die WHO zusammen mit der Weltbank vorstellte.

In Afrika südlich der Sahara und in Südasien müssen im Verhältnis zur Bevölkerung die meisten Menschen ohne Gesundheitsdienste auskommen. In diesen Regionen sterben viele Bewohner an Malaria und Aids.

In reicheren Regionen wie Ostasien, Lateinamerika und Europa müssen dem Bericht zufolge immer mehr Menschen einen erheblichen Anteil ihres Einkommens für die Gesundheitsversorgung ausgeben. Ein Grund sind die steigenden Kosten des Gesundheitswesens.

In dem Report wird auch hervorgehoben, dass hohe Ausgaben für die Gesundheit fast 100 Millionen Menschen in extreme Armut gestürzt hätten. Diese Menschen müssten als Folge von Krankheiten mit 1.90 US-Dollar (1.60 Euro) oder weniger pro Tag überleben. (epd)