Israelfeindliches Heks? Offener Brief an den Kirchenbund

Der emeritierte Theologieprofessor Ekkehard Stegemann hat einen Offenen Brief an den Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund SEK geschrieben. Darin kritisiert er das Heks wegen Unterstützung einer antiisraelischen Organisation.

Der Platz des Warschauer Ghettos in Yad Vashem in Jerusalem.
Der Platz des Warschauer Ghettos in Yad Vashem in Jerusalem. (Bild: Wikimedia/ד"ראבישיטייכר)

Das Hilfswerk der Evangelischen Kirche Schweiz Heks unterstützt eine israelische Organisation, der Stegemann im Offenen Brief vom 29. Dezember eine «extrem antiisraelische» Haltung vorwirft. Die Organisation heisst «Zochrot» und möchte laut eigenen Angaben die israelische Gesellschaft «dekolonisieren», sie für das «andauernde Unrecht» sensibilisieren sowie den Palästinensern die Rückkehr ermöglichen.

Der ehemalige Direktor von «Zochrot» hat zudem an einer Aktion teilgenommen, bei der die israelische Aktivistin Natali Vaxberg vor der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem eine fragwürdige, bizarre Performance aufgeführt hat, die den Holocaust ins Lächerliche zieht und verhöhnt.

Stegemann fordert nun wegen der «einseitigen Parteinahme im Nahostkonflikt» eine grundlegende Debatte im SEK und seinen Gliedkirchen. «Die Unterstützung radikaler Kampagnen und radikal anti-israelischer Parteiergreifungen im Nahostkonflikt durch das Heks sind leider notorisch», so Stegemann. Viele Mitglieder der reformierten Kirche seien empört, «sie sehen nicht mehr, dass die Stiftung Heks noch als seriöse und treue Verwalterin der ihr anvertrauten Steuer- und Spendengelder gelten kann.»

Heks weist Vorwürfe zurück

Das «Düpieren nicht geringer Teile der Mitglieder von kantonalen Kirchen durch das Heks» müsse ein Ende haben, und anti-israelische Organisationen dürften nicht mehr finanziert werden. Es stehe die Glaubwürdigkeit des Heks, aber auch des SEK auf dem Spiel. Der SEK bestimmt die Stiftungräte der Heks-Stiftung.

In einer Stellungnahme hat Heks die Vorwürfe zurückgewiesen. «Zochrot» habe diese Performance weder produziert noch unterstützt. Der ehemalige Direktor und Gründer von «Zochrot», der heute nicht mehr für die Organisation arbeite, habe als Privatperson teilgenommen. Heks habe zudem im letzten Frühjahr mit den heutigen Verantwortlichen von «Zochrot» nach «Ansätzen» gesucht, «wie sich in Zukunft vermeiden lässt, dass derart polarisierende und fragwürdige Aktionen in Verbindung mit <Zochrot> gebracht werden.»

Offener Brief an den SEK (PDF, 35 KB)

 

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