Kunstgeschichte

Gotisches Meisterwerk fertig restauriert

Der Isenheimer Altar zeigt eine der berühmtesten Darstellungen von der Kreuzigung Christi. Nun erstrahlt das gotische Kunstwerk in neuem Glanz.

Das erste Schaubild des Isenheimers Altars galt zu seiner Zeit als grösste Darstellung von der Kreuzigung Christi. (Bild: Wikimedia Commons)

Der neu restaurierte Isenheimer Altar ist ab sofort wieder im Museum Unterlinden im französischen Colmar zu sehen. Der aufwendig gestaltete, mehrteilige Flügelaltar zeigt die Kreuzigung Christi und wurde mehr als vier Jahre lang für 1,4 Millionen Euro umfassend restauriert, wie das Museum am 1. Juli mitteilte.

Der Wandelaltar mit Bildtafeln und Lindenholz-Skulpturen wurde zwischen 1512 und 1516 von dem Maler Matthias Grünewald und dem Bildhauer Niklaus von Hagenau geschaffen. Gewidmet dem Heiligen Antonius, sollte er vor allem Menschen trösten, die am damals weit verbreiteten «Antoniusfeuer» litten, einer Lebensmittelvergiftung. Auftraggeber des Werkes war der Klostervorsteher des Antoniterordens in Isenheim südlich von Colmar, Guy Guers, der sich ein Kunstwerk für Gott und die Ewigkeit wünschte.

Der geschlossene Altaraufsatz zeigt die Kreuzigung, eingerahmt vom Martyrium der Schutzheiligen gegen Krankheiten und Seuchen, Sebastian und Antonius. Dieses Bild des grausam entstellten und mit Dornen bedeckten Körpers Christi gilt als eine der beeindruckendsten Darstellungen der Kreuzigung in der westlichen Welt.

Bei hohen liturgischen Festen wurden die Seitenflügel geöffnet. Zu sehen sind die Verkündigung von der Geburt Jesu, Engelskonzert, Maria mit dem neugeborenen Kind und die Auferstehung. Die weitere Öffnung des Altars zeigt die Skulptur des Schutzheiligen Antonius, den Pilger und Kranke verehrten. (epd/no)