Informationstag der Armeeseelsorge in Bern

Rund zwanzig Interessierte, darunter auch Frauen, haben am 30. August einen Informationstag der Armeeseelsorge in Bern besucht. Der Bischof von Basel, Felix Gmür, strich bei dem Anlass die Notwendigkeit der Armeeseelsorge heraus. Seine Erfahrungen als Armeeseelsorger haben ihn bis heute geprägt.


Die Chefin «Personelles der Armee», Brigadier Germaine Seewer, erklärte, es sei nicht mehr notwendig, die Rekrutenschule zu absolvieren, um Armeeseelsorger zu werden. Man müsse aber als diensttauglich eingestuft werden und einen Vorbereitungskurs besuchen, bevor man zur Armeeseelsorgeausbildung zugelassen werde.

Der Basler Bischof, der selber als Armeeseelsorger diente, wies auf die Berechtigung dieses Dienstes hin. Als Armeeseelsorger habe er die Erfahrung einer vollkommenen Ökumene gemacht. «Wir waren zuerst Armeeseelsorger und erst in zweiter Linie katholisch oder reformiert», sagte Gmür. Diese Erfahrung habe ihn bis heute geprägt.

Als Armeeseelsorger im Rang eines Hauptmanns hatte er zudem direkten Kontakt zu den Offizieren. Im Armeekader habe er Frauen und Männer kennengelernt, die mit ihren Fragen und Zweifeln an ihn heran getreten seien. In der Armee hätten sich alle anständig verhalten, sowohl gegenüber der Institution Armee wie gegenüber der Kirche und den Kameraden.

Anspruchsvolle Aufgabe
Brigadier Germaine Seewer wies darauf hin, dass die Armeeseelsorge durch das Militärreglement sichergestellt sei. Der Soldat könne auf die Vertraulichkeit der Armeeseelsorger zählen. Als Kompanie-Chef und in ihrer Funktion als Schulkommandantin habe sie nie einen Armeeseelsorger danach gefragt, was er mit der Truppe besprochen habe.

Die Interkulturalität präge die heutige Gesellschaft und auch die Schweizer Armee. Der Armeeseelsorger werde auch immer wieder mit der Mehrsprachigkeit konfrontiert und mit Menschen, die zum Christentum weder eine kulturelle noch eine religiöse Bindung hätten. Brigadier Germaine Seewer bezeichnete die Armeeseelsorge als eine anspruchsvolle, aber auch packende Aufgabe.

Einen ausführlichen Artikel zum Informationstag der Armeeseelsorge lesen Sie in der Reformierten Presse, die am 6. September erscheint.