Indien

Nach indischen Angriffen droht Pakistan mit Vergeltung

Das indische Militär erklärt, terroristische Infrastruktur in Pakistan beschossen zu haben. Der Angriff gilt als Antwort auf einen Anschlag auf indische Touristen in der Kaschmir-Region. Nun steigt die Angst vor einem Krieg zwischen den Atommächten.

Nach den tödlichen Angriffen Indiens auf pakistanische Ziele hat das attackierte Land Vergeltung angekündigt. Zuvor hatte Indien in der Nacht mehrere Ziele in Pakistan und im pakistanisch kontrollierten Teil der umkämpften Region Kaschmir angegriffen – als Reaktion auf einen Terroranschlag vor rund zwei Wochen.

Bewaffnete Angreifer hatten dort in einer Urlaubsgegend nahe der Stadt Pahalgam 26 Menschen getötet – vorwiegend indische Touristen. Die Regierung in Neu-Delhi wirft Pakistan eine Beteiligung vor, was Islamabad zurückweist. Mit dem indischen Angriff eskalieren die jüngsten Spannungen zwischen den beiden Atommächten erheblich. In der Region wächst die Sorge vor einem neuen Krieg zwischen den beiden Ländern.

Auch Indien beklagt Opfer und droht

Das pakistanische Militär sprach nach dem Angriff von acht Toten und 33 Verletzten. Das Aussenministerium teilte mit, unter den Opfern seien Frauen und Kinder. Auch Indien beklagte Opfer: Durch pakistanischen Beschuss sind laut der indischen Armee im indisch kontrollierten Teil von Kaschmir mindestens drei Zivilisten ums Leben gekommen.

Den indischen Angaben zufolge wurden neun Ziele angegriffen. «Pakistanische militärische Anlagen waren nicht das Ziel.» Indien habe bei der Auswahl der Ziele und der Methode der Ausführung beträchtliche Zurückhaltung geübt, hiess es.

UN-Generalsekretär António Guterres sagte nach den Angriffen: «Die Welt kann sich eine militärische Konfrontation zwischen Indien und Pakistan nicht leisten.» Er rief beide Atommächte zur militärischen Zurückhaltung auf. Der amtierende US-Präsident äusserte seine Hoffnung, dass der Konflikt zwischen den beiden Atommächten nicht weiter eskaliert. «Ich hoffe nur, dass es sehr schnell endet», sagte er.

Langer Streit um Himalaya-Region

Seit dem Anschlag vor rund zwei Wochen überzogen sich beide Länder mit Strafmassnahmen, wiesen unter anderem Staatsbürger der jeweils anderen Seite aus und reduzierten die diplomatischen Beziehungen.

Die Kaschmir-Region im Himalaya ist zwischen Pakistan und Indien geteilt, beide Staaten beanspruchen aber das ganze Gebiet für sich. Die Ursprünge des Konflikts reichen bis in die Kolonialzeit zurück. Seit ihrer Unabhängigkeit 1947 führten die Länder drei Kriege gegeneinander, zwei davon um Kaschmir. (sda/ dst)

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