Im Aargau wird die Spitalseelsorge ökumenisch

Die Reformierte Landeskirche und die Römisch-Katholische Kirche im Aargau wollen die Seelsorge in Spitälern und Pflegeheimen künftig gemeinsam führen. Davon würden vor allem die betroffenen Menschen profitieren.


Im Kanton Aargau unterstützen insgesamt 30 theologisch und psychologisch ausgebildete Seelsorger rund 5400 kranke und sterbende Menschen in über zwei Dutzend kantonalen Institutionen. Neu soll dieses Netzwerk von der Reformierten Kirche Aargau und der Römisch-Katholischen Kirche im Aargau gemeinsam verwaltet werden, wie es in einer Mitteilung der beiden Kirchen vom 9. Dezember heisst.

Einen entsprechenden Zusammenarbeitsvertrag unterzeichneten der Kirchenratspräsident der reformierten Kirche, Christoph Weber-Berg, und der Kirchenratsräsident der katholischen Kirche, Luc Humbel, am 9. Dezember in Aarau. Die ökumenische Leitung stelle die Seelsorge im Kanton auf eine neue Grundlage und sei in dieser Form einzigartig in der Schweiz, heisst es in der Mitteilung weiter. Neben der gemeinsamen strategischen und operativen Leitung sollen die Stellen in der Seelsorge auch gemeinsam finanziert werden. Ebenso wolle man bei Bewerbungen und Anstellungen zusammenarbeiten.

Für Kranke besser verfügbar

Die neue Regelung gilt für grössere Institutionen ab rund 150 Betten. Von der Zusammenarbeit erhofften sich die Kirchen, dass die Seelsorge in Institutionen besser integriert werde und für kranke und sterbende Menschen zuverlässig verfügbar sei. Reformierte und katholische Seelsorger sollen dabei künftig im Namen und Auftrag beider Konfessionen wirken. Auf Wunsch der Patienten könne aber weiterhin eine Seelsorgerin der eigenen Konfession aufgeboten werden.

Die Seelsorge im Kanton Aargau wird von den beiden Kirchen mit insgesamt rund drei Millionen Franken finanziert. (no)