In der Bibliothek des Klosters Einsiedeln fand der Zürcher Historiker Urs Leu in einem Kodex aus dem 9. Jahrhundert drei kurze, mit schwarzer Tinte geschriebene Randbemerkungen, schreibt die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) in ihrer Ausgabe vom 25. August.
Für Leu sei sofort klar gewesen, dass es sich dabei um die Handschrift von Huldrych Zwingli handeln muss. Der Duktus der Buchstaben, die charakteristische Form des ‹d› mit dem lang heruntergezogenen vertikalen Strich – da sei jeder Zweifel ausgeschlossen gewesen, schreibt die NZZ.
Von 1516 bis 1518 Leutpriester in Einsiedeln
Vergeblich wurde lange nach dieser Spur gesucht. Dass es sie geben musste, sei ausser Frage gestanden. So lebte Zwingli gut zwei Jahre in Einsiedeln. Von 1516 bis 1518 war er Leutpriester am Benediktinerkloster. Seine Tätigkeit ist dokumentiert.
Bei der von Leu entdeckten Handschrift handelt es sich um Korrekturen, welche Zwingli an drei Stellen anbrachte, weil der Schreiber den Passus offenbar nicht verstanden hatte und sein Text keinen Sinn ergab. (bat)