Guterres ruft zum besseren Schutz von Gotteshäusern auf

Die UNO hat einen Aktionsplan vorgestellt, der zum Ziel hat, religiöse Einrichtungen vor Anschlägen zu bewahren. Der Plan wird ergänzt durch eine Strategie gegen Hate Speech.


Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, hat einen besseren Schutz von religiösen Einrichtungen gefordert. Die Staaten müssten der Gewalt gegen Juden, Muslime, Christen, Angehörige anderer Religionen und deren Gebetsstätten energisch entgegentreten, erklärte Guterres am Donnerstag in New York.

Er erwähnte den Terroranschlag vom März auf eine Moschee im neuseeländischen Christchurch, den Anschlag auf eine Synagoge im amerikanischen Pittsburgh von Oktober 2018 sowie die Anschläge auf Kirchen in Sri Lanka vom Ostersonntag dieses Jahres. Bei letzteren allein kamen Hunderte Menschen ums Leben oder erlitten Verletzungen.

«Sichere Orte der Reflexion»

Guterres stellte einen Aktionsplan der UNO zum Schutz religiöser Einrichtungen vor, der nach Beratungen mit Regierungsvertretern, der Zivilgesellschaft und Repräsentanten verschiedener Glaubensrichtungen erarbeitet worden sei. Der Plan umfasst sieben Grundprinzipien wie den Respekt gegenüber allen Menschen und ihrem Glauben. Gebetshäuser rund um die Welt müssten sichere Orte der Reflexion und des Friedens sein und nicht des Terrors, erklärte Guterres.

Anschläge auf Menschen wegen ihrer Religion oder ihres Glaubens seien Anschläge auf die ganze Gesellschaft, unterstrich der UNO-Generalsekretär. Er erinnerte daran, dass bewusste Angriffe auf Gebetsstätten in Konflikten zu den Kriegsverbrechen zählten und als solche geahndet werden müssten.

Hate Speech als Wegbereiter der Gewalt

Der Aktionsplan zum Schutz religiöser Einrichtungen wird ergänzt durch eine Strategie zum Thema Hate Speech, die bereits im Juni vorgestellt wurde. Deren Ziel ist es, das Verständnis von Hassrede und ihrer «heimtückischen Wirkung auf die Gesellschaft» zu verbessern, hiess es damals vonseiten der UNO.

Hassrede sei ein Angriff auf Toleranz, Inklusion, Diversität und auf die Menschenrechte, sagte António Guterres. «Mehr noch, sie untergräbt den sozialen Zusammenhang, zerstört gemeinsame Werte und kann den Boden bereiten für Gewalt.» So sei Hate Speech etwa in den Konflikten in Ruanda, Bosnien oder Kambodscha konkreten Verbrechen vorausgegangen. (epd/vbu)