Grossmünster mit Botschaft: «Gott ist eine Frau»

Das feministische Kollektiv «aktivistin.ch» entrollte am 8. März am Karlsturm des Zürcher Grossmünsters ein Transparent mit der Aufschrift «Gott ist eine Frau». Die Aktion zum Tag der Frau war aber nicht mit der Kirchgemeinde abgesprochen.

(Bild: Kirchgemeinde Grossmünster)

Ziel der Aktion sei gewesen, die Aufmerksamkeit auf die gesellschaftlichen Rollenbilder zu lenken, schreibt das Kollektiv «aktivistin.ch» auf ihrer Website. Die Gesellschaft sei stark geprägt von monotheistischen Religionen: «Recht, Sitten, Bräuche und Werte fussen auf einer christlichen Grundhaltung sowie unser Verständnis davon, was gut und böse, richtig und falsch ist. Unhinterfragt akzeptieren wir, dass dieses Verständnis auf einer männlichen, weissen heterosexuellen Sichtweise fusst, die sich mitunter darin manifestiert, dass das Göttliche und dessen Botschafter (zum Beispiel Jesus) männlich sind.»

Keine Strafanzeige

Grossmünster-Pfarrer Christoph Sigrist hat wenig Verständnis für die Aktion und distanziert sich von ihr: «Das war nicht mit der Kirchgemeinde abgesprochen. Die Aktivistinnen haben sich einfach an der Turmkasse ‹vorbeigemogelt›», sagte er gegenüber ref.ch. Auf eine Strafanzeige verzichte er aber.

Er zeigt ein gewisses Verständnis für die Bildaussage. «Die Frage nach der Macht in Staat und Welt ist berechtigt. Gott ist aber mehr als die Vorstellung von Mann und Frau und grösser als die Aussage ‹Gott ist eine Frau›.» Sigrist erinnert dazu an die Bibelstelle in Jesaia 66,13: «Wie einen, den seine Mutter tröstet, so werde ich euch trösten.»