Grösste Glocke der Schweiz darf es ruhiger nehmen

Die mit zehn Tonnen Gewicht grösste Glocke der Schweiz am Berner Münster wird nicht mehr so oft zu hören sein. Damit soll das kulturhistorische Erbe geschont werden, damit auch nachfolgende Generationen daran Freude haben.


Das Geläut am Berner Münster umfasst einen Glockenbestand, der bis ins Jahr 1280 zurückreicht. Das ist keine Selbstverständlichkeit, verschwanden doch in Europa von der napoleonischen Zeit bis zum Zweiten Weltkreig zahlreiche bedeutsame Geläute.

Dementsprechend trägt die reformierte Gesamtkirchgemeinde Bern ihrem Münstergeläut auch Sorge. In den vergangenen Jahren wurden alte Klöppel durch modernere und leichtere ersetzt. Damit konnte die Belastung für die Glocken reduziert werden, so eine Mitteilung des Münster-Kirchgemeinderates vom 21. November.

In sorgfältiger Abstimmung der Intonation der einzelnen Glocken habe auch die Wirkung des Gesamtgeläuts verbessert werden können. Die bisher zu dominanten Glocken konnten mit den weniger in Erscheinung tretenden harmonisiert werden.

Empfehlung eines Experten
Auf Empfehlung eines Glockenexperten hin hat der Kirchgemeinderat des Münsters beschlossen, den Einsatz der sogenannten Grossen Glocke zu reduzieren. Gleichzeitig folgte der Rat auch einem langjährigen Wunsch aus dem Pfarrkollegium, zwischen Karfreitag und Ostern weniger zu läuten.

Dies hat Änderungen an der Läutordnung zur Folge. Für die Bernerinnen und Berner hörbar wird die Veränderung beim Sonntageinläuten am Samstagabend sein. Dieses wird mit der Betglocke, der Armesünderglocke, der Predigtglocke und der Mittagsglocke höher klingen als bisher. Am Samstag, 23. November, wird das Sonntagsgeläut in bisheriger Form letztmals zu hören sein.