Das Abbau-Projekt bedrohe die Lebensgrundlage von Zehntausenden, und deshalb nähmen die Spannungen in der Bevölkerung zu. Die Hilfswerke rufen die Schweizer Landesregierung zum Handeln auf. Die Studie ist am Mittwoch, 12. Juni, vor den Medien in Zürich vorgestellt worden.
Die grösste Kupfer-Gold-Mine Asiens soll in Tampakan auf den Philippinen entstehen. Geplant wird sie von der Firma Sagittarius Mines Inc. (SMI), einer Tochtergesellschaft des mit Glencore fusionierten Xstrata-Konzerns mit Sitz in Zug. Das Gebiet ist politisch instabil und zunehmend von Gewalt geprägt: Bereits acht Menschen wurden im Umfeld des Projekts getötet. Das Pulverfass droht zu explodieren.
Gutachten zeigt: Sorgfaltspflicht missachtet
Die vom Institut für Entwicklung und Frieden (Inef) der Universität Duisburg-Essen (Deutschland) durchgeführte Studie zeigt, dass die Firma SMI ihre Sorgfaltspflicht missachtet hat. Die Uno-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte halten fest, dass Unternehmen dafür verantwortlich sind, die Menschenrechte weltweit zu respektieren. Gerade in einem derart konfliktgeladenen Gebiet müssen sie die Wirkung ihrer Tätigkeiten auf die Menschenrechte vorgängig abklären.
Die Hilfsorganisationen Fastenopfer, Misereor und Brot für alle fordern, dass die Firma SMI und die philippinische Regierung mit den betroffenen Menschen in einen Dialog tritt, der auch zum Abbruch des Projekts führen kann.
Gefordert ist nach Überzeugung der Hilfswerke auch der Schweizer Bundesrat. Es brauche ihres Erachtens eine gesetzliche Regulierung, damit die Sorgfaltspflicht für die Unternehmen zum verbindlichen Standard wird – so wie es die Kampagne «Recht ohne Grenzen» verlange.