Synode

Glarner ebnen den Weg zur «Ehe für alle»

Die Synodalen haben in Glarus eine Revision der Kirchenordnung mit deutlichem Mehr angenommen. Damit sind im Kanton neu kirchliche Trauungen für gleichgeschlechtliche Paare möglich.

Das Glarner Kirchenparlament hat sich deutlich dafür ausgesprochen, neu im Kanton auch gleichgeschlechtlichen Paaren die kirchliche Trauung zu ermöglichen. (Bild: Glarner Landeskirche)

Schwule oder lesbische Paare können sich vom ersten Juli an auch in Kirchgemeinden im Kanton Glarus trauen lassen. An der Frühlingssynode haben die Synodalen zwei Änderungen der Kirchenordnung zugestimmt, wie es in einer Mitteilung der Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Glarus heisst. «In der reformierten Kirche sollten unterschiedliche Eheverständnisse Platz haben», lässt sich Barbara Hefti, Vizepräsidentin des kantonalen Kirchenrates, in der Mitteilung zitieren.

Konkret wird in der Kirchenordnung der Begriff «Brautpaar» mit «Hochzeitspaar» ersetzt. Weiter können gleichgeschlechtliche Paare auch dann gesegnet werden, wenn sie sich zivilrechtlich nicht haben trauen lassen. Den Änderungen ist mit 34 Ja- zu zwei Nein-Stimmen bei fünf Enthaltungen zugestimmt worden. Zu Diskussionen führte die Gewissensfreiheit: Diese müsse gewährleistet werden, indem eine Pfarrperson an eine Kollegin verweise, falls sie selbst die Trauung ablehne.

Weiter ist an der Synode die Rechnung verabschiedet worden. Sie schliesst mit einem Plus von rund 180'000 Franken, wie Johanna Göring, Medienverantwortliche der Glarner Landeskirche, auf Anfrage mitteilte. Offen ist dagegen noch, wer neue Kirchenrätin oder neuer Kirchenrat wird. Bisher habe sich niemand für den Posten gemeldet, der Sitz wird nun im Herbst vergeben. Dann finden Gesamterneuerungswahlen statt. (jow)