Genfer Muslime fordern besseren Schutz

Nach dem Attentat von Christchurch verlangten Muslime an einer Demonstration in Genf einen besseren Schutz ihrer Moscheen. Zudem fordern sie ein Gesetz gegen Islamophobie.


Verschiedene muslimische Organisationen in Genf verlangten nach dem rechtsextremistischen Attentat auf zwei Moscheen in Christchurch ein Gesetz gegen Islamophobie. Zudem forderten sie einen besseren Schutz ihrer kulturellen und religiösen Einrichtungen «mindestens während der Gebete».

Gegen 200 Personen beteiligten sich am 19. März an einer Veranstaltung auf der Place des Nations, die von einem Kollektiv aus Genfer und internationalen Organisationen ausgerichtet wurde. 50 Teppiche, für jedes Opfer von Christchurch einer, waren ausgelegt. Auf Transparenten waren Slogans zu lesen wie «Stopp der Islamophobie» oder «gemeinsam gegen die extreme Rechte».

Medien seien mitverantwortlich

Für das Massaker machte Hani Ramadan, Direktor des Islamzentrums in Genf, die extreme Rechte und auch die Medien verantwortlich. Diese hätten den Attentäter mit ihren ständigen Erörterungen etwa über verhüllte Frauen inspiriert. Auch den sozialen Medien sei es nicht gelungen, die Livevideos des Attentäters zu unterbinden.

Dem Westschweizer Radio und Fernsehen RTS sowie der Zeitung Tribune de Genève wurde von einem Organisatoren der Veranstaltung vorgeworfen, sie hätten dem Blutbad und seinen Hintergründen nicht den nötigen Platz eingeräumt. Die Genfer Behörden schliesslich hätten die Tat nicht verurteilt. (sda/mey)