Gedenken an Opfer des Völkermordes an den Sinti und Roma
Zum 81. Jahrestag der Unterzeichnung des «Auschwitz-Erlasses» zur Deportation der Sinti und Roma fand im Deutschen Bundestag eine Schweigeminute statt. Auch in der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen in Oranienburg ist mit einem stillen Gedenken an die NS-Opfer erinnert worden. Dazu hatten die Gedenkstätte und der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma eingeladen.
Der Zentralratsvorsitzende Romani Rose warnte anlässlich der Gedenkfeier, in Deutschland herrsche heute erneut «ein Klima, in dem Sinti und Roma und Jüdinnen und Juden wieder Schutz in der Anonymität suchen». Zugleich gingen nationalistische und rechtsextreme Kräfte offen auf die Strasse und verbreiteten in den Parlamenten Antiziganismus und Antisemitismus. «Sie haben keinerlei Respekt vor dem Rechtsstaat und unserer Demokratie», erklärte Rose. Er forderte die ganze Gesellschaft auf, dem entgegenzutreten.
Zu der Gedenkfeier in Sachsenhausen war auch der deutsche Sinto und NS-Überlebende Christian Pfeil eingeladen. Er forderte, wo die NS-Menschheitsverbrechen und damit die historischen Tatsachen geleugnet würden, gelte es, «dem mit allen Mitteln der Justiz und des Rechtsstaats entgegenzutreten».
Der vom Reichsführer SS Heinrich Himmler unterzeichnete «Auschwitz-Erlass» vom 16. Dezember 1942 war die Grundlage für die Deportation von Sinti und Roma aus ganz Europa in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Hunderttausende von ihnen wurden während des Holocaust ermordet. (epd/ pef)