Fusion von Berner Kirchgemeinden nimmt erste Hürde

Der Grosse Kirchenrat in Bern hat den Fusionsverhandlungen der zwölf Evangelisch-reformierten Kirchgemeinden deutlich zugestimmt. Nur eine Kirchgemeinde lehnte die Fusion ab.

Die Fusion soll dazu beitragen, Kosten zu sparen. Auf dem Bild: Das Berner Münster. (Bild: Wikimedia)

Mit 37 zu 3 Stimmen, bei einzelnen Enthaltungen, wurde am Mittwoch im Kirchenrat der Evangelisch-reformierten Gesamtkirchgemeinde Bern (GKG) die Aufnahme von Fusionsverhandlungen beschlossen. Gemäss einem Bericht der Zeitung «Der Bund» betonte Johannes Gieschen von der Kirchgemeinde Matthäus im Namen der Projektkommission, dass das Model einer Kirchgemeinde nicht das einzige mögliche Ergebnis der Fusionsverhandlungen sei. «Wir sind aber der Meinung, dass es ein gutes Resultat wäre.»

So würde eine Totalfusion die Kirche auch bei zunehmendem Mitgliederschwund «zukunftsfähig» machen. Insbesondere erlaube diese den Mitarbeitern der Kirche, sich weniger mit administrativen Fragen und dafür mehr mit Inhalten auseinanderzusetzen.

Mehr Autonomie für Kirchenkreise gefordert

Doch nicht alle Kirchgemeinden sehen in der Fusion Vorteile. Sämtliche drei Gegenstimmen kamen von der Kirchgemeinde Petrus.  «Wir sehen für uns in einer Fusion keinen einzigen Vorteil», sagte Lorenz Hubacher für die Kirchgemeinde Petrus laut «Der Bund». Er bezweifelte gar, dass sich mit der Fusion Kosten sparen liessen. Die Kirchgemeinde Petrus stellte deshalb sieben Bedingungen für ihr Mitwirken an den Verhandlungen, unter anderem forderte sie vergebens mehr Autonomie für die Kirchenkreise.

Weitere Entscheide im August

Damit es tatsächlich zu Fusionsverhandlungen kommt, müssen noch die zwölf Kirchgemeinden einzeln darüber befinden. Die Abstimmungen sollen im August stattfinden.