Franziskus feiert Totenmesse für verstorbenen Benedikt XVI.
Papst Franziskus hat vor vielen Tausend Menschen auf dem Petersplatz in Rom die Totenmesse für seinen verstorbenen Amtsvorgänger Benedikt XVI. gefeiert. Zum Ende der Feier wurde der schlichte Sarg mit Benedikts Leichnam ausgesegnet und in den Petersdom getragen, wo der verstorbene Papst Emeritus seine letzte Ruhe finden soll.
In seiner Predigt wünschte Papst Franziskus seinem Amtsvorgänger: «Benedikt, du treuer Freund des Bräutigams, möge deine Freude vollkommen sein, wenn du seine Stimme endgültig und für immer hörst!» An der Trauerfeier auf dem Petersplatz nahmen rund 100 Kardinäle und knapp 4.000 Priester teil.
#BenediktXVI #Requiem #SantoSubito auf Plakate auf dem Petersplatz pic.twitter.com/rLIQb6s7A3
— Vatican News (@vaticannews_de) January 5, 2023
Gläubige forderten mit einem Banner mit der Aufschrift «Santo subito» die sofortige Heiligsprechung des Verstorbenen. Die Gläubigen hatten zuvor den Holzsarg mit Benedikts Leichnam mit Applaus begrüsst, als er vor Beginn des Requiems vor dem Petersdom in der Nähe des Freiluft-Altars aufgebahrt wurde. Papst Franziskus stand der Messe zwar vor, zelebriert wurde sie wegen der Knieprobleme des Papstes aber vom Dekan des Kardinalskollegiums, Giovanni Battista Re. Der 86-jährige Franziskus ist auf einen Rollstuhl angewiesen.
Benedikt ist am 31.12.2022 im Alter von 95 Jahren gestorben. Er war von 2005 bis zu seinem freiwilligen Rücktritt 2013 Oberhaupt der katholischen Kirche. Er gilt als erster Papst der Neuzeit, der aus Altersgründen zurücktrat.
Seine letzte Ruhe soll Benedikt im ehemaligen Grab Papst Johannes Paul II. in der Krypta der Petersbasilika finden. Johannes Paul II. war 2011 in eine Seitenkapelle umgebettet worden. Zu den Grabbeigaben gehören neben Münzen und Medaillen aus Benedikts Pontifikat auch der sogenannte Rogito, ein Text über sein Leben. Der emeritierte Papst habe Gott und den Glauben in den Mittelpunkt seiner Amtszeit gestellt, heisst es in dem Text, den der Vatikan veröffentlichte. Benedikt habe den Dialog mit Anglikanern, Juden und anderen Religionen «erfolgreich gefördert». Angesichts von wachsendem Relativismus und Atheismus habe er den päpstlichen Rat für die Neuevangelisierung gegründet. (epd/pef)