Das Schreiben veranlasste Marie-Elisabeth Secretand aus Courtemaux, ihre Opposition gegen die Forderung zum Ausdruck zu bringen. «Das ist absurd, der Name existiert seit jeher», meinte die streitbare Dame in einem Interview. «Natürlich denkt niemand daran, den Juden deswegen Leid anzutun.» Laut Secretand besteht La-Mort-aux-Juifs aus einem Bauernhaus und zwei Wohnhäusern. Bereits vor 20 Jahren hätten die Einwohner eine Motion abgelehnt, den umstrittenen Namen zu ändern. In seinem Brief bedrängte Shimon Samuels, Direktor für internationale Beziehungen des Wiesenthal-Zentrums, den französischen Innenminister, den «völkermörderischen» Namen möglichst früh zu ändern und durch eine Identität zu ersetzen, die für die Öffentlichkeit weniger anstössig wäre. Der Name La-Mort-aux-Juifs hat eine lange Geschichte und geht, so wird vermutet, auf die Pogrome im 11. Jahrhundert zurück, die 1306 in der Vertreibung der 110000 französischen Juden durch König Philipp IV gipfelten. Shimon Samuels findet es «schockierend», dass der Name bisher alle Veränderungsversuche unbeschadet überstanden hat.
14. August 2014
Frankreich: Ein kontroverser Ortsname soll verschwinden
Das Simon-Wiesenthal-Zentrum hat in einem Brief an den französischen Innenminister Bernard Cazeneuve die Forderung aufgestellt, den Namen des kleinen Dorfes La-Mort-aux-Juifs (Tod den Juden) zu ändern, wie das jüdische Wochenmagazin «Tachles» (Online-Ausgabe) berichtet. Das Dorf besteht aus einem Bauernhof und zwei Wohnhäusern.
Bild: Google Maps