Flüchtlingshilfe appelliert an Sommaruga wegen Eritrea-Frage

Zurzeit überprüft der Bund den Flüchtlingsstatus von Eritreerinnen und Eritreern mit vorläufiger Aufnahme in der Schweiz. Dass deren Status aufgehoben werden soll, ist für die Flüchtlingshilfe nicht nachvollziehbar.


Die Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH) verlangt in einem offenen Brief an Bundesrätin Simonetta Sommaruga, dass der Bund seine Praxis im Umgang mit vorläufig aufgenommenen Personen aus Eritrea überdenkt.

Die SFH sei besorgt, dass das Staatssekretariat für Migration (SEM) die vorläufige Aufnahme von mehr als 3‘000 geflüchteten Eritreerinnen und Eritreern prüfe. Zurzeit sind keine Zwangsrückführungen möglich, da die Schweiz kein Abkommen mit Eritrea hat. Menschen, deren Status aufgehoben wird, würden dennoch in der Schweiz bleiben und so bewusst in die Nothilfe gedrängt, schreibt die SFH am 18. April.

Unsichere Informationen

Das Bundesverwaltungsgericht wies in einem Urteil vergangenen August darauf hin, dass eine Rückkehr nach Eritrea nicht generell unzumutbar sei. Dieser Einschätzung widerspricht die SFH. Der Entscheid beruhe auf unsicheren Informationen. Es gebe keine Anzeichen, dass sich die Lage in Eritrea verbessert habe. Es habe sogar erst vergangene Woche erneut Proteste mit Massenverhaftungen gegeben.

Die SFH ist ein Dachverband mehrerer Schweizer Hilfswerke. Auch Peter Merz, der Direktor des evangelischen Hilfswerks Heks, hat den offenen Brief unterzeichnet. (pd)