Filmtipp: «Madres paralelas»

Der spanische Meisterregisseur Pedro Almodóvar beschäftigt sich in seinem neuen Film mit seinem Lieblingsthema: Mutterschaft und Familie.

Stolz zeigt Janis dem Kindsvater Arturo ihr kleines Töchterchen. Dieser zweifelt aber an seiner Vaterschaft. Janis ist irritiert. Und obwohl sie weiss, dass nur Arturo als Vater infrage kommt, beginnt sie, ihre Tochter ganz genau zu beobachten.

Schliesslich macht Janis einen Mutterschafts-Test, der die unabhängige und selbstsichere Fotografin völlig aus der Bahn wirft. Wie konnte das sein? Was ist passiert? Langsam fügen sich in Janis Ahnungen und Verdachtsmomente zu einem Bild zusammen.

Die blutjunge Ana verliert ihre kleine Tochter. Plötzlicher Kindstod. Sie rappelt sich auf und verlässt ihr Elternhaus, um endlich selbstständig zu leben. Zufällig treffen sich Ana und Janis. Die beiden kennen sich bereits. Sie haben ihre Töchter im selben Spital zur gleichen Zeit zur Welt gebracht. Beide Babys wurden direkt nach der Geburt zur Beobachtung weggebracht. Janis verunsichert die Begegnung nachhaltig. Was, wenn…?!

Pedro Almodóvar beschäftigt sich in «Madres paralelas» wiederum äusserst kunstvoll und vielschichtig mit seinem Lieblingsthema Mutterschaft und Familie. Gekonnt verbindet der spanische Regisseur die Frage nach «wahrer» Mutterschaft mit dem historischen und soziopolitischen Problem, was Familie und Verbundenheit ausmacht.

Almodóvar zeigt auf, dass «Familie» im Alltag viel diverser ist – und immer schon war –, als uns das klassisch christliche Ideal der «Kernfamilie» glauben macht. Eine hochemotionale Reise in die Welt der biologischen und der Wahlverwandtschaften.

«Madres paralelas», Spanien 2021, Regie: Pedro Almodóvar, Besetzung: Penélope Cruz, Milena Smit, Rossy de Palma; Verleih: Pathé Films AG

seit 16. Dezember im Kino