Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz gegen Organspende-Initiative

Eine Initiative will in der Schweiz die sogenannte Widerspruchslösung für Organspenden einführen. Auch der Gegenvorschlag des Bundes geht in eine ähnliche Richtung. Die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz stellt sich dagegen.


Die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (EKS) weist die automatische Weitergabe von Organen zurück, wie es in einer Stellungnahme vom 4. Dezember heisst. Deshalb lehnt sie die Organspende-Initiative und den Gegenvorschlag des Bundesrats ab. Die Initiative will in der Verfassung die Widerspruchslösung verankern. Damit würden geeignete Organe automatisch gespendet, ausser jemand hält explizit fest, dass er das nicht will. Der Gegenvorschlag des Bundesrats sieht eine erweiterte Widerspruchslösung vor.

Der Körper als Geschenk

Die EKS hält fest, dass ein Organ nicht nur eine Funktion habe, sondern Teil einer untrennbaren geistig-seelisch-physischen Einheit sei. Der Mensch besitze seinen Körper nicht, sondern dieser sei ein Geschenk. Deshalb könne man ihn nicht einfach veräussern oder abgeben. In der jüdisch-christlichen Tradition gelte die «Ehrfurcht vor dem Leben».

Gleichzeitig anerkennt die EKS die schwierige Situation von Menschen, die eine Organtransplantation brauchen. Doch damit dürfe nicht moralisch Druck gemacht werden.

Erklärungsregelung als Lösung?

Als Lösung schwebt der EKS die Erklärungsregelung gemäss der nationalen Ethikkommission im Bereich Humanmedizin (NEK) vor. Jede Person ist demnach verpflichtet, sich zustimmend, ablehnend oder nichterklärend zur Organspende zu verhalten. Diese Pflicht, zur Organspende Stellung zu nehmen, sei den Bürgerinnen und Bürgern zuzumuten, hält die EKS in Übereinstimmung mit der Ethikkommission fest. (mos)