Europäische Kirchen bedauern «Brexit»

Der Präsident der Konferenz Europäischer Kirchen, Christopher Hill, hat die Entscheidung der Briten für einen EU-Austritt ihres Landes tief bedauert. Auch die Evangelische Kirche in Deutschland bedauert den Entscheid. Die Kirche von England rief die Briten zur Einheit auf.

(Bild: public domain)

Der Brite Hill erklärte laut einer Mitteilung der KEK am Freitag in Brüssel, er bedauere zudem die Art und Weise, wie die «Brexit»-Kampagne geführt worden sei. Hill, ein Geistlicher der Kirche von England, beklagte, dass die Kampagne der EU-Gegner zuweilen hysterische Züge angenommen habe.

So seien beim Thema Migration seien die Fakten oft ausgeblendet worden. Die Konferenz Europäischer Kirchen werde weiter das Forum sein, in dem sich die britischen Christen einbringen können. Eine knappe Mehrheit der Briten hat sich bei einem Referendum am Donnerstag für einen Austritt ihres Landes aus der EU ausgesprochen.

Hill hoffe, dass die Kirchen in der Lage sein werden, eine Vision Europas zu revitalisieren, die mehr sei als eine ökonomische und sich für das Allgemeinwohl und die Menschenrechte einsetze.

Kirche von England: Ruf nach Einigung

In einer gemeinsamen Erklärung des Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, und des Erzbischofs von York, John Sentamu, hiess es am Freitag, das vereinigte Königreich müsse seinen Platz in der Welt nun neu finden. «Als Bürger des vereinigten Königreichs, egal welche Einstellungen wir während des Referendums hatten, müssen wir nun vereint handeln, um uns der Aufgabe zu widmen, ein grossherziges und vorwärts gewandtes Land zu schaffen, das zu menschlichem Gedeihen auf der ganzen Welt beiträgt», schrieben die beiden Spitzenvertreter der anglikanischen Kirche.

Die Kirche von England hatte sich während des Wahlkampfs stark zurückgehalten. Zwar hatten sich einzelne Bischöfe für oder gegen den Brexit ausgesprochen, eine offizielle Kirchenposition hatte es aber nicht gegeben.

Bedford-Strohm: Friedensprojekt vorantreiben

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat nach dem Brexit-Beschluss die europäischen Kirchen dazu aufgerufen, sich weiterhin für Frieden und Solidarität in Europa einzusetzen. Die EKD bedaure den schmerzlichen Schritt der Briten ausserordentlich, doch er müsse Anlass sein, «das Friedensprojekt Europa umso kräftiger voranzutreiben», sagte Bedford-Strohm am Freitag in Berlin. (epd)