EU ernennt Beauftragten für Religionsfreiheit
Lange Zeit war unklar, ob die EU-Kommission die Stelle des Beauftragten für die Religionsfreiheit ausserhalb der EU überhaupt neu besetzen würde. Nach Kritik von hochrangigen Religionsvertretern beschloss die Kommission im Sommer des vergangenen Jahres eine Neuernennung. Als Nachfolger von Ján Figel ist nun der aus Zypern stammende Christos Stylianides ernannt worden, wie die Kommission am Mittwoch mitteilte. Stylianides ist Vizekommissionschef Margaritis Schinas zugeordnet, der für die Beziehungen zu den Kirchen und anderen Glaubens- und Weltanschauungsgemeinschaften verantwortlich ist.
Den interreligiösen Dialog fördern
Hintergrund der Ernennung sind laut der Kommission Angriffe auf Religions- und Weltanschauungsfreiheit in vielen Teilen der Welt. Der Sondergesandte soll in Ländern, wo religiöse und weltanschauliche Diskriminierung herrscht, Dialoge mit Behörden und anderen Verantwortlichen anstossen. Er soll interreligiösen Dialog fördern, Massnahmen zur Deradikalisierung einleiten und gemeinsam mit den zuständigen Behörden der Drittländer religiöse Vielfalt und Toleranz in der Bildung voranbringen.
Stylianides war unter Jean-Claude Juncker 2014 bis 2019 Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenmanagement. Als Sondergesandter folgt er auf den Slowaken Ján Figel, der das Amt von dessen Schaffung 2016 bis 2019 innehatte. Die EU hat mit dem Iren Eamon Gilmore ausserdem einen Sonderbeauftragten für Menschenrechte, dessen Mandat auch die Religions- und Weltanschauungsfreiheit abdeckt. Er wurde im Unterschied zum Sondergesandten für Religionsfreiheit von den EU-Regierungen benannt. (epd/no)