Erstmals seit über 200 Jahren keine Weihnachtsmesse in Notre-Dame

Sogar während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg wurde in Notre-Dame die Weihnachtsmesse gefeiert. Aufgrund der Brandschäden muss nun erstmals seit 1803 mit dieser Tradition gebrochen werden.


Einzig während der Französischen Revolution fand in Notre-Dame keine Weihnachtsmesse statt. In den Jahren ab 1803 konnten die Pariser immer in der Kathedrale Weihnachten feiern – sogar während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg.

Aufgrund der Schäden durch das Feuer vom 15. April fällt die Weihnachtsmesse dieses Jahr aber aus. Dekan Patrick Chauvet bestätigte am 21. Dezember, dass die Mitternachtsmesse an Heiligabend stattdessen in der Kirche Saint-Germain l’Auxerrois am Louvre durchgeführt werde.

Zeitpunkt der Wiedereröffnung umstritten

Beim Brand von Notre-Dame waren das Dach und der Spitzturm der gotischen Kathedrale zerstört worden. Auslöser des Brandes war Ermittlern zufolge vermutlich eine brennende Zigarette oder ein Kurzschluss bei Bauarbeiten am Dach. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung.

Derzeit sind noch die Arbeiten zur Absicherung der Kathedrale im Gang. Sie sollen auch über die Feiertage teilweise weitergehen. Der eigentliche Wiederaufbau soll 2021 beginnen. Der französische Präsident Emmanuel Macron hat eine Wiedereröffnung der Kirche bis 2024 versprochen. Experten halten dies allerdings für sehr ehrgeizig. (sda/no)