Dieses Abkommen basiert auf Standards der internationalen Arbeitsorganisation ILO. Dieses schreibt unter anderem unabhängige Fabrikinspektoren vor und verpflichtet die Unterzeichnerfirmen verbindlich, für Sanierungsmassnahmen in den Fabriken aufzukommen.
Wie die Entwicklungsorganisation EvB am Mittwoch mitteilte, sind aus der Schweiz bisher erst die Firmen Switcher, Charles Vögele und Vistaprint dem Abkommen beigetreten. Chicorée, Coop, Migros und Zebra, die auch in Bangladesch produzieren lassen, hätten bisher nicht unterschrieben. Tally Weijl habe die Unterschrift zwar im März 2013 nach der Katastrophe angekündigt, allerdings sei das bis heute unterblieben.
Im weiteren kritisiert die EvB, dass bisher nur 15 Millionen statt der eigentlich benötigten 40 Millionen Dollar in den Hilfsfonds für die Hinterbliebenen der 1138 Opfer sowie die Überlebenden eingezahlt wurde. Nur die Hälfte der Unternehmen, die Ware aus dem zusammengestürzten Gebäude bezogen, hätten bisher eingezahlt.
In einer am Mittwoch veröffentlichen Übersicht zeigten die internationalen Gewerkschaften IndustriAll und UNI auf, welche grossen Modefirmen bereits in den Hilfsfonds zahlten und welche nicht.
Welche Firmen gezahlt haben – und welche nicht
Der britische Modekonzern Primark war Vorreiter. 723’000 Euro gehen in den Fonds, 1,34 Millionen Euro an alle Rana-Plaza-Arbeiter und weitere 6,5 Millionen Euro direkt an die Arbeiter, die für einen Primark-Zulieferer im zweiten Stock des Gebäudes arbeiteten.
Die Entwicklungshilfeorganisation Brac USA sammelte 1,6 Millionen Euro ein, unter anderem von Gap, Walmart, The Children’s Place, Asda und VF Corporation. Der Textilhändler C&A aus Düsseldorf stellte 500’000 Euro bereit.
Der Textildiscounter Kik aus Westfalen zahlte 723’000 Euro. Bonmarché, Camaïeu, El Corte Inglés, Inditex (Zara), Loblaw, LPP S.A., Mango, Mascot, N Brown Group und Premier Clothing zahlen einen unbekannten Betrag. Benetton, Matalan, Adler Modemärkte und Carrefour haben noch nichts einbezahlt.