Dauergottesdienst verhindert Abschiebung

Eine niederländische Kirche hat seit Ende Oktober rund um die Uhr Gottesdienst gefeiert, um eine armenische Flüchtlingsfamilie vor der Abschiebung zu schützen.


Eine protestantische Kirche im niederländischen Den Haag hat nach fast hundert Tagen einen Dauergottesdienst beendet. Eine armenische Familie hatte im Oktober in der Kirche Schutz vor der Abschiebung gesucht. Nun habe sich die niederländische Regierungskoalition auf ein Bleiberecht für minderjährige Asylsuchende geeinigt, schreibt spiegel.de.

«Ungestörte» Gottesdienstfeier

Die Kirche hatte der armenischen Familie Kirchenasyl gewährt und mit dem Dauergottesdienst verhindert, dass die Polizei in die Kirche eindringen konnte. Nach niederländischem Recht darf sich die Polizei keinen Zutritt zu einer Kirche verschaffen, solange dort ein Gottesdienst gefeiert wird. Rund 650 Pfarrer aus dem ganzen Land halfen bei der Feier mit.

Die Eltern und ihre drei Kinder im Alter von 15 bis 21 Jahren hatten bereits neun Jahre in den Niederlanden gelebt. Im Sommer wurde ihr Asylantrag abgelehnt. Die neue Bleiberegelung sieht laut spiegel.de vor, dass rund 600 Minderjährige und ihre Familien in den Niederlanden bleiben dürfen. Voraussetzung ist, dass die Kinder in den Niederlanden aufgewachsen sind. (pd)