«Das Urteil über den Copiloten muss man Gott überlassen»

Mit bewegenden Worten ist beim Trauergottesdienst im Kölner Dom der Opfer des Germanwings-Flugzeugabsturzes in den französischen Alpen gedacht worden. Blosse Worte seien zu schwach, um zu trösten, sagte Kardinal Rainer Woelki bei der ökumenischen Trauerfeier.

Luftaufnahme des Kölner Doms.
Luftaufnahme des Kölner Doms. (Bild: Wikimedia/Neuwieser)

Aber dass so viele Menschen in diesem Moment Mitleid und Beileid zeigten, «das soll Ihnen Trost sein». Die Hinterbliebenen seien nicht allein «in diesen Stunden der Einsamkeit». Unter den rund 1400 Gästen waren am Freitag auch viele Angehörige. Zu dem Gottesdienst waren auch Staatsgäste wie Bundespräsident Joachim Gauck und Kanzlerin Angela Merkel gekommen.

«Unbegreifliches ist geschehen. Und Unbegreifliches wurde getan», sagte Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen. Viele Tränen seien geweint worden, seit es dunkel wurde, «erst in einem Herzen, dann in den Herzen so vieler anderer».

Zusammenrücken eines ganzen Landes

Und so viele Tränen blieben nun ungeweint, Tränen der Freude, der Rührung. «Nie sind wir mehr Mensch, als wenn wir weinen.» Und nie brauche es mehr Menschlichkeit anderer. «Familien, Häuser und Nachbarschaften, Schulen, Dörfer und Städte, ein ganzes Land, ja mehr als nur ein Land, rücken zusammen im Aushalten-Müssen und im Begreifen-Wollen.»

Kleine Engel sollen den Angehörigen und Helfern der Germanwings-Katastrophe symbolisch Halt und Zuversicht geben. Die Holzengel lagen im Kölner Dom an jedem Platz. Die Engel sollten dazu ermutigen, trotz aller Trauer nach Quellen der Kraft und Bestärkung zu suchen, sagte ein Notfallseelsorger. (sda)