D: Rekord bei Kirchensteuer

Deutschlands christliche Kirchen verzeichnen trotz Mitgliederrückgang einen Rekord bei den Steuereinnahmen. Grund dafür ist die positive Lohnentwicklung.

Geldsegen: Ein Plus von gut 692 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr verbuchen die christlichen Kirchen Deutschlands. (Bild: public domain)

Trotz sinkender Mitgliederzahlen nahmen nach einem Bericht der «Bild»-Zeitung unter Berufung auf das Statistische Bundesamt die katholische und die evangelische Kirche im Jahr 2015 zusammen mehr als 11 Milliarden Euro ein. Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes liegen auch dem Evangelischen Pressedienst vor.

Demnach erhielt die katholische Kirche rund 6,1 Milliarden Euro, die evangelische Kirche etwa 5,4 Milliarden Euro. Im Vergleich zu 2014 ist das ein Plus von gut 692 Millionen Euro. Der Hauptgrund für den Einnahme-Rekord liegt in der guten Entwicklung der Löhne und Gehälter, auf die Kirchensteuer gezahlt wird.

Regionale Unterschiede

Nach geltendem Steuerrecht muss, wer der evangelischen oder katholischen Kirche angehört und auf seine Einkünfte Steuern zahlt, auch Kirchensteuer bezahlen. Die Höhe des Kirchensteuersatzes ist regional verschieden. In Bayern und Baden-Württemberg liegt er bei acht Prozent, in den übrigen Bundesländern bei neun Prozent der Einkommens-, Lohn- und Kapitalertragsteuer.

Die Entstehung der Kirchensteuer geht auf Entwicklungen zu Beginn des 19. Jahrhunderts zurück. Aufgrund von Enteignung und Säkularisierung kirchlicher Güter durch den sogenannten Reichsdeputationshauptschluss von 1803 hatten die Fürsten die Verpflichtung übernommen, für den Unterhalt der Kirche und der Geistlichen zu sorgen. Gesellschaftliche und politische Veränderungen führten schliesslich zur Einführung der Kirchensteuer, die in der Weimarer Reichsverfassung 1919 geregelt wurde. (epd)