Corona-Massnahmen verschärfen Hunger in West- und Zentralafrika

Laut der UNO verschlimmert sich in West- und Zentralafrika die Hungerkrise wegen den Corona-Einschränkungen. Viele arme Menschen seien nun ganz ohne Einkommen und die Preise für Lebensmittel würden steigen.


Bis Ende des Jahres drohten knapp 58 Millionen Menschen in der Region unter Hunger zu leiden, warnte die Sprecherin des Welternährungsprogramms, Elisabeth Byrs, am 3. Juli in Genf. Vor dem Beginn der Corona-Krise hätten dort etwa 36 Millionen Menschen nicht genug zu essen gehabt. Fast zwölf Millionen Kinder würden in diesem Jahr als akut unterernährt gelten.

Am schlimmsten breite sich der Hunger in Nigeria aus, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas. Weitere Brennpunkte der Krise seien Niger, Burkina Faso, Tschad, Kamerun, die Zentralafrikanische Republik, Mali und Senegal.

Kein Einkommen und teurere Lebensmittel

Bei vielen der Hungernden handele es sich um arme Bewohner von Städten, die ohne regelmässige Einkommen «von der Hand in den Mund» lebten. Um die Ausbreitung der Covid-19-Krankheit einzudämmen, sperrten die Länder ihre Grenzen für den Reise- und Warenverkehr. Sie schlossen Betriebe und Lebensmittelmärkte. Die Verknappung der Nahrungsmittel im Zuge der Corona-Pandemie führt laut den Angaben zu einem Anstieg der Preise. Das WFP gehört zu den Hilfsorganisationen der UN. (epd/mos)