Musikpreis

Dalai Lama gewinnt einen Grammy

Der Dalai Lama hat seinen ersten Grammy gewonnen – für seine Erzählstimme. Er setzte sich mit dem Hörbuch «Meditations: The Reflections of His Holiness the Dalai Lama» durch.

Der Dalai Lama hat in der Kategorie «Beste Aufnahme für Hörbuch, Erzählung und Storytelling» einen Grammy gewonnen. Er setzte sich unter anderem gegen Ketanji Brown Jackson durch, die Richterin am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten ist. «Zum ersten Mal kann man sich bei einer Grammy-Niederlage an den Obersten Gerichtshof wenden», scherzte Moderator Trevor Noah während der Verleihung in Los Angeles.

«Die Erzählung des tibetischen spirituellen Führers fesselte die Abstimmenden mit ihrer tiefen Weisheit und ihrer sanften Vortragsweise und bot den Zuhörern eine tief meditative Erfahrung, die über das typische Hörbuchformat hinausgeht», hiess es auf der Homepage der Grammys. Rund 13.000 Mitglieder der Recording Academy entscheiden über die Preisträger.

Der Dalai Lama selbst war nicht anwesend, um seinen ersten Grammy entgegenzunehmen. Stellvertretend tat dies Songwriter und Komponist Rufus Wainwright. Das spirituelle Oberhaupt des tibetischen Buddhismus bedankte sich jedoch aus seinem Exil in Indien. «Ich sehe das nicht als etwas Persönliches, sondern als Anerkennung unserer gemeinsamen universellen Verantwortung», teilte der Dalai Lama über die Website seines Büros mit. Er glaube, «Frieden, Mitgefühl, die Sorge für die Umwelt und das Verständnis der Einheit der Humanität» seien wesentlich für das kollektive Wohlergehen.

Wenig erfreut zeigte sich China. Aussenamtssprecher Lin Jian sagte in Peking, der Dalai Lama sei ein politischer Exilant, der unter dem Deckmantel der Religion «antichinesische, separatistische Aktivitäten» betreibe. China lehne es entschieden ab, Kunstpreise als Werkzeug für politische Manipulation gegen China zu nutzen. China zählt Tibet zum chinesischen Staatsgebiet. (sda/ eba)

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