Bruder-Klaus-Pavillon macht vor Grossmünster halt

Noch bis zum zweiten August steht ein Pavillon vor dem Zürcher Grossmünster, in dem über das Leben und Schaffen von Niklaus von Flüe informiert wird. Besucher können in einem halbstündigen Parcours Bruder Klaus näher kommen.

Der Pavillon beim Tourstart in Flüeli-Ranft. (Bild: S. Kathriner)

Sie klingt ein wenig wie das Experiment einer Reality-Show, die Begegnung mit Niklaus von Flüe im mobilen Pavillon «Niklaus von Flüe – Unterwegs».  Den Besucher erwarten drei Phasen: Warten. Begegnen. Reflektieren. In der Mitteilung des Trägervereins 600 Jahre «Niklaus von Flüe» heisst es: «Beim Warten wird der Gast auf die Begegnung vorbereitet und konzentriert sich auf seine eigene Gedankenwelt». In der zweiten Phase sei der Besucher auf sich selbst reduziert: ohne Ablenkung durch Handy oder Uhr – sogar die Schuhe lasse er in der Aussenwelt zurück – steht er Niklaus von Flüe gegenüber. In einem abgedunkelten Raum. In absoluter Stille. «Nun kann er sich fünf Minuten lang schweigend mit der faszinierenden Persönlichkeit aus dem Spätmittelalter und sich selber auseinandersetzen.» Die Reflexion als letzte Phase unterstützte den Gast dabei, das Erlebte zu ordnen. «Er schreibt auf, was ihn bewegt, er gefühlt und erfahren hat», heisst es in der Mitteilung

Im Streit mit Bruder Klaus

Eine Journalistin des Tagesanzeigers hat den Pavillon bereits besucht. In der Ausgabe vom 31. Juli beschreibt sie die Begegnung mit der Bruder-Klaus-Statue mit den Worten: «Ich trete etwas ins Dunkel zurück und beginne, für mich selbst überraschend, mit dem Mann vor mir zu streiten. Über Verantwortung gegenüber der Familie, gegenüber der Gesellschaft. Wem kam denn dieser Rückzug aus dem aktiven Leben zugute?» Andererseits sei dank seiner Genügsamkeit der ökologische Fussabdruck von Bruder Klaus wenigstens vorbildlich, konstatiert sie. Ihr Fazit: «Ich staune, wie schnell die halbe Stunde vorübergegangen ist und merke, dass ich gern noch etwas weiter mit mit Niklaus von Flüe gestritten hätte. Hätte ihm auch gern ein paar Fragen gestellt; und ihm zugehört.» (bat)

Der Pavillon gastiert noch bis zum 2. August vor dem Grossmünster in Zürich. Er ist von 12 bis 19 Uhr geöffnet. Am 6. August gastiert er im Kloster Kappel (10.30 bis 19 Uhr). Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen: www.mehr-ranft.ch