Bischofspapier: «Angriff auf die eucharistische Gastfreundschaft»

Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) will demnächst ein Grundsatzpapier «Normen zum Empfang der Eucharistie» veröffentlichen. Progressive katholische Kreise befürchten, dass darin explizit die Teilnahme von Reformierten an der katholischen Eucharistie verboten wird. Die Allianz «Es reicht!» ersucht jetzt die SBK in einem offenen Brief, auf die Veröffentlichung zu verzichten.


Das Bündnis von 15 katholischen Verbänden und Organisationen warnt vor einem konfessionellen «Fanatismus», wie es in einer Medienmitteilung von Donnerstag, 22. Mai, schreibt. Eine solche Haltung dürfe sich in der von konfessioneller Vielfalt geprägten Schweiz nicht breitmachen. Das Papier sei ein Angriff auf die eucharistische Gastfreundschaft.

Die SBK habe es heute in der Hand, «innerkirchlich und in den ökumenischen Beziehungen unnötige und schwer wiegende Konflikte zu vermeiden», unterstreicht die Allianz.

Einen offenen Brief in derselben Angelegenheit hat die SBK bereits von der Ökumenischen Tischgemeinschaft Symbolon erhalten. Die Veröffentlichung des geplanten Grundsatzpapiers «Normen zum Empfang der Eucharistie» würde die Glaubwürdigkeit des Christlichen in der Öffentlichkeit in Frage stellen, warnt Symbolon. «Aus seelsorgerlicher Verantwortung und Sorge weisen wir Sie darauf hin, dass ein solches Verdikt der an vielen Orten unseres Landes gewachsenen ökumenischen Gastfreundschaft der Christen schweren Schaden zufügen würde», heisst es in dem Brief an die SBK.

Lesen Sie zu diesem Thema auch das Interview mit dem reformierten Systematiker Pierre Bühler in der «Reformierten Presse» (30. Mai).