Huonder lehne «diesen parteipolitischen Einbezug kirchlicher Einrichtungen und Strukturen» ab, heisst es in einer Mitteilung des Bischöflichen Ordinariats Chur vom 4. September, das sich an die Mitarbeitenden der Diözese richtet.
Gemäss dem geänderten Arbeitsgesetz dürfen Tankstellenshops neu rund um die Uhr alle Produkte aus ihrem Sortiment verkaufen. Heute dürfen gemäss geltender Regelung Produkte aus dem Shop an Tankstellen mit Kaffeebars und Kiosken nachts zwischen ein und fünf Uhr morgens nicht verkauft werden.
Eine Allianz aus kirchlichen Organisationen, linken und christlichen Parteien, Gewerkschaften, Frauenverbänden und Arbeitsmedizinern hat dagegen das Referendum ergriffen. Die Allianz beliefert auch Pfarreien mit Abstimmungsplakaten, die diese auf ihrem Gelände aufhängen können. Dies passt dem Churer Bischof nicht. «Der Bischof von Chur lehnt diesen parteipolitischen Einbezug kirchlicher Einrichtungen und Strukturen ab», heisst es in einer «Infomail für Mitarbeitende» des Bischöflichen Ordinariats.
«Kerngehalt des Glaubens» nicht tangiert
In dem Dokument heisst es, die Abstimmung betreffe nicht die Sonntagsruhe. Niemand fordere die Abschaffung derselben. Es gehe alleine um das «Sortiment in Tankstellenshops zwischen 1 und 5 Uhr morgens». Plakate der Sonntagsallianz sollen aus Sicht des Bistums Chur nicht in den Pfarreien aufgehängt werden, weil dies «Parteilichkeit der Kirche für eine bestimmte politische Option» wäre, und zwar in einer Frage, «die nicht zum Kerngehalt des Glaubens gehört». Bei der Abstimmung gehe es um eine Frage, bei der die Gläubigen verschiedene Antworten geben könnten und «keineswegs um eine Frage, zu welcher der Glaube der Kirche eindeutige Vorgaben macht».