SRF-«Bestatter»: Showdown mit echtem Pfarrer

Am Dienstag endete die fünfte Staffel der erfolgreichen Fernsehserie «Der Bestatter». Beim dramatischen Finale hatte der Aargauer Pfarrer Thorsten Bunz einen Kurzauftritt.

Auch im richtigen Leben Pfarrer: Thorsten Bunz im Talar (links im Bild) auf dem Filmset. Bild: Screenshot SRF

Auf Twitter zeigten sich die Zuschauer begeistert vom Finale der fünften Staffel der Fernsehserie um den Bestatter und ehemaligen Polizisten Luc Conrad: «Adrenalin und Spannung hoch zehn», twitterte ein Fan, und eine andere Zuschauerin schrieb: «Von diesem Finale muss ich mich erstmal erholen – einatmen, ausatmen, einatmen, ausatmen».

Beim Film-Showdown neben der reformierten Kirche Bözberg im Kanton Aargau ist auch der reformierte Pfarrer Thorsten Bunz zu sehen. Allerdings ist der Schauplatz auch im realen Leben sein Arbeitsort: Bunz, 46, ist Pfarrer der Kirchgemeinde Bözberg-Mönthal. In der dramatischen Schlussszene schreitet er im Talar zusammen mit dem Kinderchor, gespielt von den Zürcher Sängerknaben, ins Bild – ein paar Sekunden stehen alle um den Kindersarg versammelt. Ein Gänsehaut-Moment.

Grabsteine aus Styropor

Bunz musste zwar kein einziges Wort in der Szene sprechen, trotzdem seien die Dreharbeiten im vergangenen Sommer eine Herausforderung gewesen: «Es galt, gute vier Stunden in voller Montur – bei heis­sem Mitsommertag – zur Verfügung zu stehen», sagte Bunz gegenüber der Lokalzeitung General-Anzeiger. Insgesamt zwei Tage wurde auf dem Areal der reformierten Kirche von Bözberg gedreht, dabei waren rund fünfzig Filmleute anwesend. Für den Dreh musste eigens ein Kinder- und ein Erwachsenengrab ausgehoben werden, zudem wurde ein ganzer Friedhof mit Styropor-Grabsteinen nachgebaut.

Dass ein Pfarrer für die Rolle ausgewählt wurde, hat wohl praktische Gründe, vermutet Bunz: «Es war wahrscheinlich einfacher für die Produzenten, mich als Pfarrer vor Ort zu nehmen, als extra einen Schauspieler zu engagieren». Er hat die Serie seit der ersten Staffel verfolgt – und erinnert sich deshalb gerne an den Augenblick, als eines Tages der Polizist, den er bisher nur aus der Serie kannte, vor seiner Haustüre stand, und sich mit seinem echten Namen vorstellen. «Das war witzig.»

Kirchen äusserten Kritik an der Serie

Doch auch mit dem Auftritt des Pfarrers Thorsten Bunz: Kirchenvertreter übten zum Start der Serie im Jahr 2013 auch Kritik. So beanstandete etwa der ehemalige Sprecher der Schweizer Bischofskonferenz im Blick, dass die Dimension der Kirche konsequent ausgeblendet werde und beispielsweise bei Bestattungen keine Pfarrer gezeigt werden. Auch von reformierter Seite wurde der Vorwurf geäussert, dass der Bestatter in der Serie Aufgaben übernehme, die in Wirklichkeit von einer Pfarrerin oder einem Pfarrer ausgeführt werden.

 

«Der Bestatter» mit der dramatischen Schlussszene (ab Minute 49):