In der vierseitigen Stellungnahme vom 25. August begründen die Verfasser ausführlich, warum sie sich als Christen für Ehe und Adoption für gleichgeschlechtliche Paare aussprechen. «Wir sind überzeugt, dass die vollständige Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare aus Sicht eines christlich-biblischen Menschenbildes gefordert werden muss.» Gleichgeschlechtliche Liebe sei gleichartig und gleichwertig wie die gegengeschlechtliche Liebe. Wenn die Beziehung auf Verantwortung und Vertrauen basiere, solle die Möglichkeit zur Ehe bestehen.
Auch in der Ehe gehe es um ein «lebensförderliches Miteinander», das sich in Achtung und Wertschätzung ausdrücke. «Dem biologischen Geschlecht und der Fortpflanzungsfähigkeit fallen hierbei keine zentralen Rollen zu.»
Ablehnung christlich nicht begründbar
Familie nach biblischem Bild meine zunächst ein «lebensbejahendes Miteinander». Dieses Kriterium können «klassische», gleichgeschlechtliche und getrennte Eltern, Eltern in Patchwork-Familien sowie Alleinerziehende gleichermassen erfüllen. Eine Ablehnung von gleichgeschlechtlichen Beziehungen oder daraus entstehenden Familien lasse sich daher christlich nicht begründen. Problematisch seien Familienkonstellationen dann, «wenn die Beziehungen keine dauerhafte Stabilität und Sicherheit gewährleisten können».
Eine Konsequenz der Eheöffnung sei die Adoption. Das Kindswohl stehe dabei an erster Stelle, hänge allerdings nicht vom Geschlecht der Eltern, sondern von der Art und Weise der Beziehungsgestaltung ab.
Die Verfasser fordern die Politik auf, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen. Die Gleichstellung sei auch in der Frage der Adoption zu vollziehen. Die Verantwortlichen in den Kirchen werden aufgefordert, den Staat zu Veränderungen drängen. «Fordern Sie den Staat auf, die Gesetze zu ändern und den Weg einer christlichen Gemeinschaft in Verantwortung, Beständigkeit und Liebe zu bereiten, so dass das Kirchenrecht folgen kann.»