Bern: Eigene Ausbildung gegen Pfarrmangel lanciert

Um dem sich abzeichnenden Mangel an Pfarrern zu begegnen, lancieren die reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn ein eigenes vierjähriges Ausbildungsprogramm.

Die Universität Bern bietet ab Sommer 2017 eine Weiterbildung für muslimische Seelsorger an.
Die Universität Bern bietet ab Sommer 2017 eine Weiterbildung für muslimische Seelsorger an. (Bild: Wikimedia/Krol:k)

Trotz des laufenden Stellenabbaus rechnen die reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn ab 2020 mit einem Mangel an Pfarrern. Sie lancieren deshalb das Projekt «Ithaka Pfarramt – Intensivstudium Theologie für Akademikerinnen und Akademiker mit Berufsziel Pfarramt», wie sie am 21. August mitteilten. Das einmalige Ausbildungsprogramm richte sich an Frauen und Männer, die über einen Mastertitel einer Universität und über mehrjährige Berufserfahrung verfügen. Sie sollen nach der Ausbildung noch mindestens zehn Jahre in einem Pfarramt arbeiten können.

Frist bis Ende Oktober 2014

Die theologische Fakultät der Universität Bern habe für «Ithaka» ein verdichtetes Curriculum entwickelt, das in drei Jahren – von Sommer 2015 bis Sommer 2018 – zu einem regulären Master-Abschluss führe. Es decke den gesamten Fächerkanon ab.

Die «Ithaka»-Studierenden absolvieren dieselben Leistungskontrollen wie die regulär Studierenden. Das normale einjährige Lernvikariat in einer Kirchgemeinde schlage anschliessend die Brücke zwischen der universitären Ausbildung und dem kirchlichen Dienst. Das Programm ende 2019 mit dem Staatsexamen, der Ordination und der Aufnahme in den Kirchendienst.

Die Ausschreibung für die Zulassung zum «Ithaka»-Programm läuft bis Ende Oktober 2014. Die reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn laden dann die Interessierten zu Gesprächen und einer sorgfältigen Eignungsabklärung ein und treffen die Aufnahmeentscheide im Januar 2015. Während der Dauer der Ausbildung können Stipendien oder Darlehen ausgerichtet werden.

Ithaka vor Quest

Die anderen Deutschschweizer Kantonalkirchen (Konkordat) verfolgen mit «Quest» einen anderen Weg: Dieser abgekürzte Studiengang ist aber noch nicht startklar. Die theologische Fakultät Zürich sucht momentan mit der Basler Fakultät einen Vorschlag, der auf Universitätsseite Unterstützung findet.

Andererseits sondieren die Konkordatskirchen alternative Wege, um Quest umzusetzen. Dabei soll es um eine Weiterentwicklung des Curriculums gehen und um die Prüfung anderer Kooperationspartner. Sie haben dazu einen Steuerungsausschuss eingesetzt, der im November 2014 erste Überlegungen präsentieren will.

Weitere Informationen zu «Ithaka»