Beanstandeter SRF-Artikel über Freikirchen nicht tendenziös

SRG-Ombudsmann Roger Blum hat Stellung zu einem von der Evangelischen Allianz beanstandeten Artikel auf srf.ch bezogen. Sie warf SRF einseitige Berichterstattung gegenüber Freikirchen vor.


Zu einem Online-Artikel über Aussteiger aus strengreligiösen Gemeinschaften auf srf.ch gingen laut SRG-Deutschschweiz zwei Beanstandungen ein. Unter anderem wegen «subjektiver, tendenziöser Feindlichkeit gegenüber evangelischen Freikirchen» in der SRG-Berichterstattung. Die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA) hatte im Februar im Speziellen die fehlende Abgrenzung zwischen Freikirchen und Sekten kritisiert.

Sekte oder Freikirche?

Im Artikel folgte auf die Schilderung eines ehemaligen ICF-Mitglieds die Geschichte eines ehemaligen Zeugen Jehovas. In einer Stellungnahme betonte die zuständige Redaktion, dass zwischen Sekte und Freikirche klar getrennt worden sei. Der Experte im Artikel habe klar zwischen den beiden Begriffen unterschieden. Ausserdem habe es auch schon andere Beiträge über zufriedene Freikirchenbesucher gegeben.

Laut srgd.ch unterstützte SRG-Ombudsmann Roger Blum die Beanstandungen nicht. Einerseits, weil sich das Vielfaltsgebot auf das ganze Programm und nicht auf einzelne Beiträge bezieht. Andererseits habe Blum keine Belege für den Vorwurf der einseitigen und tendenziösen Berichterstattung gefunden, schreibt srgd.ch am 3. April. Dennoch habe er Verständnis gezeigt für das «ungute Gefühl» im Zusammenhang mit der Unterscheidung zwischen Sekten und Freikirchen.

Die SEA fühle sich durch die ausführliche Reaktion der Ombudsstelle bestärkt, schreibt sie in einer Mitteilung vom 4. April. Sie habe das Wohlwollen seitens der SRF-Redaktionen mit Freude zur Kenntnis genommen. SEA-Generalsekretär Matthias Spiess sei ausserdem an weiterem Austausch und persönlichen Gesprächen mit der SRG interessiert. (pd)