Es bereite ihm Sorge, dass die Schweizer nicht an internationales Recht gebunden sein solle, sagte Furrer im «Wort zum Sonntag»-Beitrag (ganzes Video siehe oben) vom 22. November. Furrer sagte dies in Bezugnahme auf die jüngste SVP-Initiative, welche die Bundesverfassung zur höchsten Rechtsquelle erklären und den Einfluss des Völkerrechts auf die Schweizer Rechtsordnung unterbinden will. Ein solches Konzept könne er als Theologe nur als «unchristlich» bezeichnen, so Furrer.
Mörgeli sagte dazu gegenüber dem «Blick»: «Was hier geboten wurde, ist billiges SVP-Verprügeln. Politiker sollten nicht predigen, Prediger nicht politisieren!»
Christlicher Kommentar beinhaltet auch politische Themen
Bei SRF sieht man das nicht so. Das «Wort zum Sonntag» sei gemäss Konzept ein «christlicher Kommentar zum Zeitgeschehen» und dazu gehörten eben auch politische Themen, meinte Redaktionsleiterin Judith Hardegger gegenüber der Zeitung. Furrer habe deklariert, dass er seine Meinung äussere, habe sie erläutert und in theologische Ausführungen eingebettet.
Der 49-jährige katholische Theologe Meinrad Furrer gehört seit Oktober zum fünfköpfigen Sprecherteam des «Wort zum Sonntag» von SRF. Er arbeitet er als Seelsorger im ökumenischen Projekt an der Predigerkirche in Zürich.
Am 25. Oktober hat die Delegiertenversammlung der SVP einstimmig beschlossen, dass die Parteileitung die nötigen Schritte zur Lancierung der Volksinitiative «Schweizer Recht geht fremdem Recht vor» an die Hand nimmt. (kipa)