BE: Pfarrerlöhne erneut auf der politischen Agenda

Im Kanton Bern werden die Löhne der katholischen und reformierten Pfarrer vom Kanton bezahlt. Das ist einigen Politikern ein Dorn im Auge. Die GLP-Grossrätin Franziska Schöni-Affolter will im kommenden Herbst gemäss der Zeitung «Der Bund» (25. Juli) mit einer Motion den Besoldungsanspruch der Kirchen beseitigen.


Wie «Der Bund» schreibt, hätten Befürworter der bestehenden Praxis den Besoldungsanspruch der Kirchen unter anderem in Zusammenhang mit den einst übernommenen Kirchengütern gesetzt. Bei einer Streichung der Besoldungspflicht müsste der Kanton den Kirchen zwei bis drei Milliarden Franken für diese Güter bezahlen.

Wenn der Grosse Rat die Motion der Co-Präsidentin der Grünliberalen Partei im Kanton Bern, Franziska Schöni-Affolter, beraten wird, so werden sich die Politiker unter anderem darüber streiten müssen, ob dieser Zusammenhang zwischen übernommenen Kirchengütern und Besoldungspflicht des Kantons heute noch besteht. Aus der Sicht von kirchenfreundlichen Vertretern sicher, wie «Der Bund» schreibt. Die Zeitung befragte aber Rechtsexperten, die geteilter Meinung sind.

Keine Unterstützung erhält Schöni vom zuständigen Regierungsrat Christoph Neuhaus, der der SVP angehört. Bei einer Annahme der Motion würde ein grosses Prozessrisiko entstehen und die Beziehungen zwischen Staat und Kirche würden «nachhaltig gestört». Die Kirche erbringe heute viele Leistungen im sozialen Bereich, die sonst der Staat übernehmen müsste. Das seit rund 210 Jahren bestehende System habe sich bewährt. «Ich stehe zur Kirche und will keinen Streit mit ihr», sagte Neuhaus der Zeitung.