Zurich Film Festival

Zürcher Kirchen prämieren Genfer Erstlingswerk

Regisseurin Carmen Jaquier wird für ihr Spielfilm-Debut mit dem ökumenischen Filmpreis geehrt. Die Auszeichnung ist mit 10’000 Franken dotiert und wurde am Donnerstag am Zurich Film Festival vergeben.

Eine 17-jährige Novizin ist die zentrale Figur im Spielfilm «Foudre». Als Elisabeth erfährt, dass ihre Schwester Innocente tot ist, muss sie auf den Hof der Familie zurückkehren. Dort taucht sie ein in das Lebensumfeld ihrer Schwester und ergründet die Umstände, unter denen diese zu Tode gekommen ist. Die Westschweizer Regisseurin Carmen Jaquier erhält für ihr Werk am Zurich Film Festival den Filmpreis der Kirchen, wie diese in einer Mitteilung vom Donnerstag schreiben.

Das Spielfilm-Debut der 37-jährigen Genferin sei bildgewaltig und einfühlsam, erläutert die Jury. Im Zentrum stehe eine starke junge Frau, die sich aus der vorgelebten Religiosität befreie und echtes Gottvertrauen erlebe. «Ihr Ausbruch und ihre Suche sind auch für heute aktuell», lässt sich Jurypräsident Tobias Grimbacher im Communiqué zitieren. Jaquier zeige mit dem Stück einfühlsam Emanzipation inmitten einengender Gesellschaftsnormen auf.

Weiter spricht die ökumenische Jury für den Film «Holidays» eine besondere Erwähnung aus. Dieser erzähle auf originelle Weise aktuell und kritisch von den vielen säkularisierten Feiertagen Russlands und dokumentiere Schwierigkeiten im Alltag der Menschen.

Insgesamt konkurrenzierten vierzehn Spiel- und Dokumentarfilme aus der Schweiz, Deutschland und Österreich um den ökumenisch ausgerichteten Kirchen-Filmpreis. In der Fachjury sassen neben Tobias Grimbacher (Synodalrat Katholische Kirche im Kanton Zürich) auch Andrea Marco Bianca (Kirchenrat Reformierte Landeskirche Zürich) sowie die Journalistin und Theologin Brigitta Rotach, die Schauspielerin Tonia Maria Zindel und die Regisseurin Fiona Ziegler. Der Preis ist mit 10'000 Franken dotiert und wurde zum sechsten Mal verliehen. (jow)